
Die Kampagne "#kinderarztwillkommen" bringt der Stadt Schmallenberg jetzt gleich zwei Kinderärzte. Eine Elterninitiative aus Schmallenberg hatte auf sehr kreative Weise nach einem neuen Kinderarzt oder einer neuen Kinderärztin gesucht. Dazu ist im vergangenen Jahr ein Video gedreht worden, dass auch die Vorzüge des Sauerlandes gezeigt hat und in den sozialen Medien veröffentlicht worden ist. Eine der beteiligten Mütter ist Hannah Rosswinkel: "Wir sind dankbar und erleichtert, dass unsere Kampagne erfolgreich war", sagt sie bei Radio Sauerland.
Suche nach Praxisräumen
Einer der Ärzte, der sich in Schmallenberg niederlassen will, ist Dr. Andreas Klein. Aktuell guckt er sich mögliche Räumlichkeiten für eine Praxis in Schmallenberg an. Geeignete Räumlichkeiten gebe es einige, so Rosswinkel. Allerdings müssten alle umgebaut werden. Deshalb geht sie davon aus, dass der neue Kinderarzt frühestens Mitte 2027 die neue Praxis eröffnen kann. Dann möchte auch Theresa Schneider mit einsteigen. Sie hat schon vorher in der mittlerweile geschlossenen Kinderarztpraxis in Schmallenberg gearbeitet. Aktuell ist sie beim Projekt „Land in Sicht“ der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und des Hochsauerlandkreises dabei. Sie arbeitet in einer Kinderarztpraxis in Olsberg und lernt dort den Praxis-Alltag kennen.
Diese Projekte wollen Ärzte ins Sauerland holen
Im Sauerland drohen in den kommenden Jahren mehrere Ärztestellen wegzufallen. Betroffen sind vor allem Hausärzte. Viele gehen auf den Ruhestand zu und Nachfolger für Praxen zu finden, ist schwierig. Mit mehreren Projekten versuchen die Städte und Gemeinden junge Ärzte ins Sauerland zu locken. Brilon und Olsberg kooperieren dazu mit der Universität Witten/Herdecke. Beide Städte arbeiten gemeinsam mit Medebach und Winterberg außerdem bei der Aktion "KommaufsLand.Arzt" zusammen, um medizinische Fachangestellte anzuwerben. In Schmallenberg und Eslohe gibt es von der Stadt eine finanzielle Unterstützung für Ärzte, die eine Praxis übernehmen wollen. Auch der Hochsauerlandkreis unterstützt Mediziner finanziell, wenn sie sich dazu verpflichten, nach ihrem Abschluss eine gewisse Zeit im Kreis zu arbeiten.