
Ver.di ruft heute auch im Sauerland Mitarbeiter im Einzelhandel zum Warnstreik auf. Betroffen ist Kaufland in Arnsberg-Bruchhausen. Dortmund ist heute ein Zentrum der heutigen Streikaktionen. Dort werden am Vormittag auch Mitarbeiter aus Arnsberg erwartet. Mit den Streiks will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am Dienstag erhöhen. Damit beteiligt sich Nordrhein-Westfalen an den bundesweiten Arbeitskampfmaßnahmen in der laufenden Tarifrunde des Einzelhandels.
Der Handelskonzerns Kaufland gehört zur Schwarz-Gruppe und zählt zu den einflussreichen Akteuren auf Arbeitgeberseite, so ver.di. Aus Sicht von ver.di trägt Kaufland daher Mitverantwortung dafür, dass die Arbeitgeber bislang kein Angebot vorgelegt haben, das die Preissteigerungen der vergangenen Jahre ausgleicht und weitere Reallohnverluste verhindert.
Aktion in Dortmund
Höhepunkt der Aktionen in NRW ist eine Streikversammlung in Dortmund, so ver.di. Streikende aus den Bezirken Westfalen, Münsterland, Südwestfalen und Mittleres Ruhrgebiet werden ab 10 Uhr am Freizeitzentrum West (FZW) erwartet. Henrike Eickholt, Landesfachbereichsleiterin Handel bei ver.di: „Die Beschäftigten sorgen jeden Tag dafür, dass die Regale gefüllt sind, Waren pünktlich ankommen und die Kundinnen und Kunden versorgt werden. Gleichzeitig steigen Mieten, Lebensmittelpreise und Energiekosten weiter. Wer Milliardenumsätze erwirtschaftet, muss seine Beschäftigten endlich angemessen am Erfolg beteiligen. Nullmonate und Reallohnverluste sind für die Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptabel.“
Die Beschäftigten machen daher in dieser Woche ihre Forderungen nach mehr Lohn an den Arbeitgeber deutlich: sieben Prozent mehr im Monat, mindestens aber 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
„Kaufland gehört zu den Unternehmen, die in den Arbeitgeberkommissionen großen Einfluss haben. Deshalb erwarten die Beschäftigten zu Recht, dass sich das Unternehmen für ein verhandlungsfähiges Angebot einsetzt, statt weitere Verzögerungen zu unterstützen. Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist begrenzt.“, so Eickholt. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 30. Juni.