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Katastrophenschutz: Expertenrunde im Kreishaus
© pholidito - Fotolia
Sirene auf Hausdach
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Katastrophenschutz: Expertenrunde im Kreishaus

Wie ist das Sauerland auf Krieg oder Extremwetter vorbereitet und wie können wir Sauerländer uns auf den Ernstfall vorbereiten? Darum geht es heute Abend im Mescheder Kreishaus.

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Durch die vielen weltpolitischen Krisen werden der Bevölkerungs- und Zivilschutz auch bei uns im Sauerland immer wichtiger. Bei einer Diskussionsrunde im Mescheder Kreishaus soll es heute Abend um den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz gehen. Die SGK Kreisverband Hochsauerland hat dafür unter anderem Volker Milk (Regierungsvizepräsident Bezirksregierung Arnsberg), Bernd Krause (Kreisbrandmeister Hochsauerlandkreis) und Sascha Meyer (THW Regionalgeschäftsführer, auch für den HSK zuständig) eingeladen.

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Gut aufgestellt beim Katastrophenschutz

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Generell sind wir hier im Sauerland gut beim Thema Katastrophenschutz aufgestellt, so Kreisbrandmeister Krause. Der Kreis hat Anfang des Jahres zwölf neue Rollcontainer für die Energieversorgung angeschafft. Sie kommen dezentral zum Einsatz und können Notunterkünfte, kritische Infrastruktur und andere Einrichtungen mit Strom versorgen. Die kompakten Wagen enthalten moderne Aggregate, Kraftstoff, Licht und Kabeltrommeln. Als Reaktion auf einen mehrstündigen Stromausfall in Marsberg hatte der Hochsauerlandkreis bereits 2024 mehrere neue Notstromaggregate angeschafft. Die Stromanhänger sind mit zusätzlichen Flutlichtmasten ausgestattet, die zum Ausleuchten größerer Einsatzstellen genutzt werden können. Die Geräte sind bei den freiwilligen Feuerwehren in Brilon, Eslohe und Winterberg stationiert. Auch Sandsäcke wären bei einem möglichen Hochwasser einsatzbereit. Mehrere Tausend Stück sind für so einen Fall vorgehalten, bestätigt Krause.

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Nachholbedarf im Zivilschutz

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Aber auch wenn wir gut auf Extremwetter und Co. vorbereitet sind, beim Thema Zivilschutz gibt es einiges aufzuholen. "Aktuell findet aufgrund der weltpolitischen Lage bei vielen Kommunen ein Umdenken statt. Während in den letzten Jahren durch verschiedenste Extremwetterereignisse vor allem beim Katastrophenschutz investiert wurde, rückt jetzt der Bevölkerungs- und Zivilschutz in den Fokus", so Kreisbrandmeister Krause. Schutzräume und Co. gibt es im Sauerland wenige bis keine, stattdessen soll jeder Sauerländer, wenn möglich, selbst auf den Ernstfall vorbereitet sein. "Genau dafür müssen wir jetzt die Bevölkerung sensibilisieren. Das gilt vor allem für die jungen Menschen, die im Vergleich zur älteren Generation eher weniger Erfahrungen mit dem Thema haben", so Bernd Krause. Dabei geht es zum Beispiel um Vorräte oder das Verhalten im Ernstfall.

Das sind die Empfehlungen des BBK

Auch den eigenen Keller für den Ernstfall bereit zu machen, ist wichtig, so das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK). Laut BBK und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gibt es in Deutschland nur noch rund 579 bis 600 ehemalige öffentliche Schutzräume (mit Platz für rund 478.000 Menschen). Das Problem: Keiner dieser alten Bunker ist derzeit voll einsatzfähig, da Filter, Technik und Wartung seit 2007 (als der klassische Zivilschutz-Bunkerbau eingestellt wurde) weitgehend brachliegen. Bund und Länder arbeiten deswegen an einem nationalen Schutzraumkonzept (geplant bis 2026/2029 mit Investitionen von rund 10 Milliarden Euro), das auf Mehrfachnutzungen wie Tiefgaragen, U-Bahnen, Tunnel und heimische Keller setzt. Im Ernstfall empfiehlt das BBK folgende Schutzzonen in den eigenen vier Wänden.

  1. Fensterlose Keller
  2. Innenräume mit mindestens zwei Wänden Abstand zum Außenbereich
  3. Flure, Badezimmer oder Treppenhäuser (Dachgeschosse oder Räume mit Glasfronten meiden)

Da es kein flächendeckendes Bunkersystem für alle gibt, sieht das BBK aktuell die Verantwortung mit Notvorräten, Trinkwasser, einem batteriebetriebenen Radio und der Nutzung der Warn-App NINA bei uns selbst.

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