
Seit dem Schuljahr 2021/22 läuft an den Briloner Grundschulen „Ratmerstein“ und „St. Engelbert“ ein Modellprojekt, bei dem Kinder mit Förderbedarf nicht als Einzelfall von einem Schulbegleiter betreut werden. Stattdessen kümmern sich mehrere Schulbegleiter je nach Bedarf um die Kinder. Ziele dieser sog. „systemischen Schulbegleitung“ sind zum einen die Selbstständigkeit der Kinder zu erhöhen und zum anderen die Kosten zu senken, weil eine durchgängige Einzelfallbetreuung teils sehr teuer ist.
Gute Erfahrungen mit Modellversuch
Die Erfahrungen mit der systemischen Schulbegleitung waren laut Kreis bisher positiv, das habe eine Auswertung der FH Münster gezeigt, die das Projekt wissenschaftlich begleitet hat. Deswegen wurde schon im vergangenen Jahr im Kreissozialausschuss der Plan diskutiert, das Angebot auszuweiten. Durch eine Gesetzesänderung ist die Frage nach der Finanzierung dieses Projekts allerdings offen: Seit diesem Jahr erhalten nämlich Schulen, die das sog. „Gemeinsame Lernen“ anbieten – also die Möglichkeit für Kinder mit Förderbedarf eine Regelschule zu besuchen – dafür Unterstützung in Höhe einer Inklusionspauschale vom Land NRW, der Kreis werde dagegen von der Förderung ausgeschlossen, heißt es vom Hochsauerlandkreis.
Land unterstützt Kommunen – nicht den Kreis
Die Inklusionspauschale, die die Städte und Gemeinden künftig bekommen, ist zweckgebunden und muss für schulische Inklusion genutzt werden. Die Städte und Gemeinden müssen sich also selbstständig Konzepte dafür überlegen. Eine Finanzierung der systemischen Schulbegleitung sei allerdings alleine durch die Pauschale nicht möglich, so der Kreis. Er schlägt den Kommunen deshalb vor, die Mittel für die schulische Inklusion an den Kreis weiterzuleiten. Der Kreis rechnet mit einer Summe von gut 850.000 Euro. Damit könnten weitere, wenn auch nicht alle Schulen mit erhöhten Bedarfen an Schulbegleitungen in diesen systemischen Ansatz überführt werden, heißt es in einer Vorlage des Kreises.
Modellprojekt auf der Kippe
Der Hochsauerlandkreis hat den Kommunen aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen die Unterstützung bei der Einführung des systemischen Modells angeboten, wenn diese ihm dafür die Mittel zur Verfügung stellen. Sollten sich die Kommunen gegen den Vorschlag aussprechen, wäre vom Kreistag zu entscheiden, ob aus Kreismitteln das Projekt an den beiden derzeitigen Modellschulen in Brilon fortgeführt werden kann, so der Kreis abschließend.