
Hunderte junge Sauerländerinnen und Sauerländer starten heute in ihr Berufsleben. In den Betrieben beginnt das neue Ausbildungsjahr. Im Hochsauerlandkreis zeigt sich zum neuen Ausbildungsjahr ein gemischtes Bild auf dem Ausbildungsmarkt: Rund 700 neue Ausbildungsverträge sind aktuell bei der IHK Hellweg-Sauerland im HSK eingetragen. Während die Zahl in technisch-gewerblichen Berufen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, gibt es bei den kaufmännischen Berufen einen leichten Rückgang. Eine Ursache hierfür sei der Wechsel von G8 zu G9: In diesem Jahr verlassen deshalb weniger Abiturientinnen und Abiturienten die Schulen. Das wirkte sich insbesondere auf kaufmännische Ausbildungsberufe aus, so die IHK.
Im Handwerk in Südwestfalen beginnt das neue Ausbildungsjahr mit einem kleinen Plus: Rund 1.250 junge Menschen beginnen jetzt ihre Lehre. Trotzdem bleiben in fast allen Gewerken weiter viele Stellen unbesetzt. Der Fachkräftemangel ist auch für das Handwerk eine Herausforderung. Die Handwerkskammer in Arnsberg ist für den Hochsauerlandkreis, den Märkischen Kreis und die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein zuständig.
Mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber
Im Hochsauerlandkreis kommen auf zehn freie Ausbildungsstellen nur sechs Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen.
"Die Unternehmen in der Region bilden trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen weiterhin engagiert aus und stellen zahlreiche Ausbildungsplätze zur Verfügung," so die IHK Hellweg-Sauerland. Dass dennoch viele Stellen unbesetzt bleiben, habe mehrere Gründe: Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es weniger junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen können. Zudem passen Angebot und Nachfrage nicht immer zusammen.
So befindet sich der gewünschte Ausbildungsberuf möglicherweise nicht in einer Entfernung, die für Jugendliche täglich gut zu bewältigen ist. Umgekehrt finden Unternehmen nicht immer geeignete Bewerberinnen und Bewerber in ihrer unmittelbaren Umgebung.
Für Jugendliche lohnt es sich daher, auch jetzt noch aktiv auf Unternehmen zuzugehen und sich zu bewerben. Hilfreich kann es sein, den Suchradius zu erweitern und auch verwandte Ausbildungsberufe in Betracht zu ziehen, empfiehlt die IHK.
Flexibilität gefragt
Nach Einschätzung der IHK haben junge Menschen im Hochsauerlandkreis grundsätzlich sehr gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Dabei sei eine gewisse Flexibilität hilfreich. Wenn beispielsweise im gewünschten Umkreis kein Ausbildungsplatz als Industriemechaniker/-in verfügbar ist, kann auch ein verwandter Beruf wie Werkzeugmechaniker/-in eine interessante Alternative sein.
Eine Ausbildung ist der Einstieg in eine berufliche Karriere – sie legt niemanden für das gesamte Berufsleben auf eine einzige Tätigkeit fest. Berufliche Wechsel und Weiterentwicklungen sind heute üblich. Wer bei der Wahl des Ausbildungsberufs offen bleibt, kann daher schneller einen passenden Einstieg finden, ohne sich Chancen für die Zukunft zu verbauen. Wichtig ist: Auch nach dem 1. September kann eine Ausbildung grundsätzlich noch begonnen werden. Unternehmen können während des gesamten Jahres Ausbildungsverträge abschließen. Jugendliche, die noch auf der Suche sind, sollten diese Möglichkeit nutzen und sich weiterhin bewerben.
Beliebteste Ausbildungsberufe und freie Stellen
Besonders gefragt im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen sind in diesem Jahr die Ausbildungsberufe:
Industriekaufmann/-frau,
Industriemechaniker/-in und
Mediengestalter/-in.
Im Handwerk besonders gefragt:
Berufe in den Bereichen Bau, Ausbau, Elektro, Sanitär-Heizung-Klima, Kältetechnik und KFZ. Aber auch das Friseur- und Lebensmittelhandwerk rückt immer mehr in den Mittelpunkt von jungen Menschen.
Hier gibt es am ehesten noch freie Stellen:
Handwerk
Friseure, Gebäudereiniger, Stuckateure, Dachdecker, Maurer oder Bäcker und Fleischer werden teils dringend gesucht. Am ehesten sind freie Stellen über die Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern Südwestfalen oder der Agentur für Arbeit zu finden. Gerade im ländlichen Bereich sei ein persönlicher Kontakt mit einem Handwerk vor Ort oft zielführend, so die Handwerkskammer.
Industrie, Handel und Dienstleistungen
Werkzeugmechaniker/-in,
Fachkraft für Lagerlogistik,
Maschinen- und Anlagenführer/-in sowie
in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen.