
Konflikt mit Huthi-Miliz
Riad/Sanaa (dpa) - Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben das saudische Verteidigungsministerium in Riad angegriffen. Das Ministerium sei direkt getroffen worden, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Die Rebellen hätten mit Raketen und Drohnen auch die Flughäfen im östlichen Dammam sowie in Abha im Süden angegriffen und Einrichtungen des Ölkonzerns Saudi Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer.
Eine Bestätigung von saudischer Seite für den Angriff auf das Verteidigungsministerium gab es zunächst nicht. Es liegt im Zentrum von Riad und wird von Verteidigungsminister Chalid bin Salman geführt, dem Bruder des Kronprinzen und faktischen Herrschers Mohammed bin Salman. Ein Angriff dort wäre ein weiterer, auch symbolischer Erfolg für die Miliz.
Das saudische Militärbündnis im Jemen erklärte, erneut seien Drohnen unter anderem über Riad abgefangen worden. Bei dem Angriff in Dammam wurden nach saudischen Angaben zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt.
Saudische Raketenabwehr fängt nicht alle Angriffe ab
Die Huthi im Jemen setzen das benachbarte Saudi-Arabien seit Wochen unter Druck mit nahezu täglichem Beschuss von Flughäfen, Öl-Einrichtungen und anderen Zielen. Trotz des modernen Raketenabwehrsystems, in das Riad Milliarden investierte, treffen die Huthi solch sensible Ziele teils auch tief im Landesinneren. Der Flugverkehr ist massiv beeinträchtigt, mehrere große Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben und Mitarbeiter etwa des staatlichen Ölkonzerns bis auf weiteres ins Homeoffice geschickt.
Auch im Jemen gehen die Gefechte weiter. Die international anerkannte Regierung warnte dort, dass ihre Truppen künftig auch Aufmärsche der Huthi-Rebellen angreifen könnten. Diese seien «legitime Militärziele» und Bürger seien aufgerufen, sich von solchen Aufmärschen und Kundgebungen fernzuhalten. Die Miliz drohte ihrerseits mit schweren Folgen, wenn Saudi-Arabien jemenitische Stämme angreifen sollte, die die Huthi unterstützen.