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Hundebiss in Brilon: PETA fordert Hundeführerschein

Tierrechtsorganisation PETA: "Ursache für Beißvorfälle sind in der Unsicherheit der Menschen zu suchen"

Veröffentlicht: Dienstag, 20.01.2026 23:00

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Der Polizei im Hochsauerlandkreis sind allein im Januar zwei Beißunfälle mit Hunden gemeldet worden. Am vergangenen Sonntag hat ein Hund in Brilon-Wald einen Radfahrer attackiert und ihn in den Hintern gebissen. Der vermeintliche Hundehalter war danach aus einem Haus gekommen, habe den Hund zurückgerufen, auf den Boden gedrückt und dann ins Haus gesperrt, berichtete die Polizei.

Einen weiteren Vorfall mit einem Hund hat es am 6. Januar in einem Winterberger Ortsteil gegeben. Dort ist ein Fußgänger von einem Schäferhund ins Bein gebissen worden, obwohl der Hund angeleint war. Angesichts dieser Vorfälle fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen auf, den sogenannten Hundeführerschein einzuführen.

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PETA: Probleme liegen meist nicht beim Hund

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„Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern bei ihren Halterinnen und Haltern. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen. Die eigentliche Ursache von Beißvorfällen ist somit in der Unwissenheit der Menschen zu suchen, nicht beim Tier“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Unabhängig davon, ob ein Hund einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.“

Hundeführerschein

Nach einer von PETA in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage von August 2023 sprechen sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aus. Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter und Halterinnen bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern, so PETA.

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Hundeführerschein in Niedersachsen und Bremen

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Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – seit Juli 2013 ist der allgemeine Hundeführerschein verpflichtend. Dort hat es nach Angaben von PETA nach drei Jahren nachweislich weniger Beißvorfälle gegeben. Zum 1. Juli 2026 wird auch im Land Bremen der Hundeführerschein für Personen, die sich einen Hund zulegen möchten, verpflichtend. Österreich geht noch einen Schritt weiter: Dort wird ab dem 1. Juli 2026 bundesweit ein verpflichtender Hundeführerschein eingeführt. In Berlin sind Halterinnen und Halter seit dem 1. Januar 2017 aufgefordert, sich bei der Aufnahme eines Hundes die notwendige Sachkunde anzueignen. Einige Städte setzen zusätzlich Anreize: In München gibt es nach bestandenem Hundeführerschein ein Jahr Hundesteuerbefreiung, in Mannheim zwei Jahre.

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