
Auch in diesem Jahr überprüft der Übertragungsnetzbetreiber Amprion seine Höchstspannungsfreileitungen (220 und 380 Kilovolt) vom Helikopter aus. Die Flüge beginnen heute und dauern voraussichtlich bis Mitte Februar. Kontrolliert werden Stromleitungen im gesamten deutschlandweiten Amprion-Netzgebiet, also auch im Hochsauerlandkreis. Falls es im Winter zu angespannten Versorgungssituationen kommen sollte, sei es umso wichtiger, dass das Stromnetz technisch fehlerfrei arbeitet, so Amprion. Einen genauen Termin für die Flüge kann Amprion nicht nennen. Ob die Hubschrauber aufsteigen können, hängt vom Wetter ab.
Bei den zurückliegenden Kontrollflügen im Sauerland im Herbst 2025 sind nur kleinere Mängel wie vereinzelte beschädigte Bündelabstandshalter oder Isolatoren festgestellt worden. Diese Schäden seien auf klassischen Verschleiß zurückzuführen und wurden kurzfristig repariert, so Amprion auf Nachfrage von Radio Sauerland.
Infrarotkameras kontrollieren Freileitungen
Bei einer Fluggeschwindigkeit von 30 bis 40 km/h werden die Freileitungen mit speziellen hochauflösenden Infrarotkameras kontrolliert. Aus der Luft sind viele Schäden leichter erkennbar als vom Boden. Kontrolliert werden insbesondere Seilschäden und thermische Auffälligkeiten, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Die erfassten Mängel werden nach der Durchführung der Kontrollflüge ausgewertet und später behoben. Gravierende Mängel wie ein defekter Isolator werden sofort gemeldet und umgehend repariert. Kontrollen aus der Luft mittels Infrarot-Thermographie werden bereits seit mehreren Jahren erfolgreich eingesetzt. Diese Inspektionen ergänzen visuelle Kontrollen und Kontrollen vom Boden aus, bei denen es insbesondere um Schäden am Mast, etwa verbogene Maststreben oder defekte Fundamente geht. Für Helikopterpilot*innen ist die Leitungsbefliegung immer wieder eine Herausforderung, da sie zum Teil in niedriger Flughöhe bis auf wenige Meter an die Masten und Leitungen heranfliegen müssen. Zudem müssen die Wetterbedingungen für einen sicheren Start und die Durchführung der notwendigen Aufnahmen stimmen. Durch die Kontrollflüge erhält Amprion innerhalb weniger Wochen einen Überblick über viele tausend Leitungskilometer des Höchstspannungsnetzes
Kontrollen, damit die Stromversorgung gesichert ist
Die jüngsten Vorfälle an der Energieinfrastruktur in Berlin zeigen: Ohne Strom steht das Leben still. Amprion sorgt als Übertragungsnetzbetreiber dafür, dass der Strom zuverlässig fließt. In Deutschland gilt Strom als selbstverständlich – dank hoher Systemsicherheit kommt es kaum zu Ausfällen. Doch die Bedrohung durch Sabotage hat zugenommen. Amprion beobachtet die Lage genau und arbeitet eng mit Sicherheitsbehörden zusammen, um früh zu reagieren und Risiken zu minimieren. Aber auch unabhängig von Sabotage kann die Infrastruktur an ihre Grenzen stoßen. Stromleitungen nutzen sich ab, wie Alltagsgegenstände. Amprion kontrolliert deshalb regelmäßig die Leitungen und repariert Schäden, damit der Strom sicher bleibt.