
Seit dem ersten Mai wurde die Energiesteuer um rund 17 Cent gesenkt. Diese Maßnahme gilt bis zum 30. Juni und soll Unternehmen und Autofahrer entlasten. Auch bei Sauerländer Unternehmen ist dieser Tankrabatt mittlerweile angekommen. „Nach anfänglichen Problemen scheint es so, als würden die Mineralölkonzerne den Tankrabatt vollständig an den Endverbraucher weitergeben", so Volker Verch vom Unternehmensverband Westfalen-Mitte. Die etwas geringeren Kosten für Kraftstoff sorgen zwar für eine leichte Entspannung bei einigen Sauerländer Unternehmen, dennoch gäbe es genug andere Probleme. "Bei den Themen Bürokratie und Energiekosten stehen wir immer noch deutlich schlechter da als unsere Nachbarn im Umland, wie zum Beispiel Polen, Lettland oder Ungarn", so Verch. Viele Sauerländer Unternehmen blicken wegen des Iran-Krieges und der daraus resultierenden hohen Energiepreise mit Sorge in die Zukunft. "Einige Betriebe gehen von einem deutlich schwierigeren zweiten Halbjahr aus, unter anderem wegen der gesperrten Straße von Hormus und der hohen Kosten für Öl", so verch weiter. Um die heimischen Unternehmen zu entlasten, sei jetzt vor allem die Politik gefragt. " Jede Entlastung ist willkommen", erklärt Volker Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte.
Sauerländer Transportunternehmen Mönig zum Tankrabatt
"Der Tankrabatt ist natürlich spürbar", so Alexander Schulz, Geschäftsführer der Spedition Mönig aus Meschede. Allein im März und April hatte das Unternehmen Mehrkosten in Höhe von knapp 100.000 € im Vergleich zum Vorjahr, so Schulz. Deswegen wurden gleich zu Beginn des Nahostkonfliktes die bestehenden Dieselfloater angepasst. Ein Dieselfloater ( oder Dieselzuschlag) ist ein Aufschlag in der Transportbranche. Dieser wird im Vorfeld zwischen dem Kunden und dem Transportdienstleister festgelegt, oft basierend auf offiziellen Dieselpreis-Indizes. Mönig hat die Intervalle, in denen die Preise angepasst werden, verkürzt, um so schneller auf die gestiegenen Preise reagieren zu können. "Dies hat einen Großteil der Mehrkosten aufgefangen. Nicht kostendeckend sind Leerkilometer und Rückladungspreise. Hier zahlen wir drauf", so Schulz. Dennoch blickt das Sauerländer Logistikunternehmen mit Sorge auf die Zeit nach dem Tankrabatt. "Der Tankrabatt ist erstmal auf 2 Monate beschränkt. Wir müssen daher mit Sorge auf die Entwicklung über den 01.07. hinaus blicken", so Geschäftsführer Schulz.
Lage zu Beginn des Nahostkonfliktes
Anfang März war bereits klar, dass sich die wirtschaftliche Lage durch den Krieg in Iran verschlechtern würde. "Die Sorgen um die allgemeine Konjunktur steigen aktuell", sagte zum Beispiel Stefan Severin, Pressesprecher der IHK. Besonders betroffen sind bei uns Logistiker und Unternehmen, die Öl in der Produktion brauchen. Zudem stecke die deutsche Wirtschaft bereits im vierten Rezessionsjahr: „Wir haben in Deutschland ohnehin eine angespannte Energiekostensituation", sagt Verch. „Jede Preiserhöhung trifft unsere Unternehmen." Er fordert von der Politik, Steuern und Abgaben zu senken. Sonst, so Verch, verliere Deutschland den Anschluss an die Weltwirtschaft.
Auswirkungen auf Busunternehmen
Fabio Zacharias hat auch mit den aktuell gestiegenen Dieselkosten zu kämpfen. Sein Busunternehmen Zacharias Reisen aus Meschede-Freienohl tankt jeden Monat 70.000 bis 80.000 Liter Diesel. Seniorchef Gustav Zacharias spricht von 38 000 Euro Mehrkosten im März. E-Busse seien wegen der hohen Anschaffungskosten und aufwendigen Beantragung von Fördermitteln aktuell keine Alternative. Sie sind doppelt so teuer wie herkömmliche Busse. Aktuell laufen für die ÖPNV Sparte von Zacharias Reisen Gespräche mit Gremien, ob es Ausgleichzahlungen ähnlich wie 2022 und 2023 nach Ausbruch des Ukraine Krieges geben könnte. Das Unternehmen hat 46 Busse, 32 fahren im ÖPNV. 74 Mitarbeiter sind bei dem Busunternehmen beschäftigt.