
Wer im Sauerland mit der Bahn unterwegs ist, hat in den vergangenen Wochen starke Nerven gebraucht. Auf der Strecke Arnsberg – Meschede wurde an zwei Bahntunneln gearbeitet. Diese wurden umfangreich saniert. Zum Beispiel sind Spritzbetonarbeiten an den Tunnelinnenwänden ausgeführt worden. Die Tunnel sollen langfristig vollständig erneuert werden. Dafür sind noch Anpassungen an der Infrastruktur notwendig, wie etwa an der Stellwerktechnik. Da die Planungen dieser Arbeiten aktuell noch andauern, werden beide Tunnel bis zu ihrer Erneuerung planmäßig weiter instandgehalten. Wenn die Arbeiten dann aber starten, wird die Strecke nach aller Voraussicht für mehrere Wochen oder Monate gesperrt sein. Für die Erneuerung des Glösinger Tunnels und des Freienohler Tunnels investiert die Bahn 250 Millionen Euro.
Weitere Sperrungen ab Juni
Wirklich lang bleibt die obere Ruhrtalbahn allerdings nicht befahrbar. Schon ab Juni stehen weitere Sperrungen an, diesmal wegen Instandhaltungsarbeiten an insgesamt drei Eisenbahnbrücken zwischen Neheim-Hüsten und Meschede. In der Zeit vom 15. Juni bis zum 12. Dezember 2026 kommt es daher zu einer weiteren Sperrung auf der Strecke. Die Planungen dafür laufen, dazu zählt die Erarbeitung eines Ersatzkonzeptes für den Nahverkehr. Dieses will die Bahn rechtzeitig vor der Sperrung bekanntgeben. Auch auf dem Abschnitt Neheim-Hüsten - Fröndenberg sind Brückenarbeiten geplant. Wann die Strecke dort gesperrt wird und wie der Schienenersatzverkehr eingerichtet wird, ist noch nicht klar. Eine gute Nachricht für Bahnpendler zwischen Meschede und Brilon gibt es aber: Eine Sperrung des Elleringhauser Tunnels plant die Bahn in diesem Jahr erstmal nicht mehr. 2028 soll die Strecke aber wegen des Baus des Elleringhauser Tunnels von März bis September gesperrt werden.
Viel Schienenersatzverkehr und viele Probleme
Entlang der Sauerländer Bahnlinie, der sog. Oberen Ruhrtalbahn, kam und kommt es immer wieder zu Behinderungen durch Bauarbeiten, etwa am Elleringhauser Tunnel bei Olsberg. Auch die zuletzt betroffene Strecke zwischen Arnsberg und Meschede war zuletzt mehrfach dicht. Am Schienenersatzverkehr gab es zuletzt Kritik, etwa weil Busse und Züge nicht aufeinander abgestimmt waren und Reisende ihre Anschlüsse verpasst haben. Die SBL/FWG-Fraktion im Kreistag des Hochsauerlandkreises hatte deswegen beantragt, dass sich der Kreis und die Nahverkehrsverbände für Verbesserungen beim Schienenersatzverkehr stark machen.