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reinigungsbecken im Klärwerk AR-Wildshausen.
© Radio Sauerland
reinigungsbecken im Klärwerk AR-Wildshausen.
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HSK: Ruhrverband macht Kläranlagen zukunftsfähig

Der Ruhrverband möchte die Abwasserinfrastruktur zukunftsfähig aufstellen. Dafür werden auch im HSK Klärwerke stillgelegt oder modernisiert.

Veröffentlicht: Donnerstag, 23.07.2026 12:32

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Bis zum Jahr 2040 will der Verband seine Investitionen in die Erneuerung und den Ausbau der Kläranlagen deutlich erhöhen und seine Kläranlagenstruktur zukunftsfähig weiterentwickeln. Ein konkretes Beispiel für diesen Weg ist die geplante Anbindung der Kläranlage Winterberg-Niedersfeld an die Kläranlage Bestwig-Velmede, so der Ruhrverband. Die Kläranlage in Niedersfeld soll nach der Anbindung aufgegeben werden, stattdessen soll das dort anfallende Abwasser zur Kläranlage Bestwig-Velmede geleitet und dort gereinigt werden. Hierfür ist der Bau eines Anschlusskanals erforderlich.

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Bauarbeiten laufen bereits

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Ein erster, rund 900 Meter langer Leitungsabschnitt zwischen der Kläranlage Niedersfeld und Haus Wildenstein wird derzeit gebaut. Die Arbeiten konnten mit der Sanierung des RuhrtalRadwegs kombiniert werden, so der Ruhrverband. Der weitere Verlauf der Leitung befinde sich derzeit in der Planung. Sind die Rohre einmal im Boden, halten diese 80 bis 100 Jahre, so der Ruhrverband. Vor der vollständigen Anbindung sind umfangreiche Maßnahmen im Einzugsgebiet der Kläranlage Bestwig-Velmede erforderlich. Dazu gehören unter anderem die Reduzierung von Fremdwasser, die Erweiterung bestehender Kanalquerschnitte sowie die vollständige Neuaufstellung der integralen Entwässerungsplanung einschließlich einer Schmutzfrachtmodellierung. Aufgrund der Größe des Einzugsgebietes kann künftig auch eine optimierte Kanalnetzbewirtschaftung einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz leisten, so die Verantwortlichen.

Parallel plant der Ruhrverband den Ausbau der Kläranlage Bestwig-Velmede um eine vierte Reinigungsstufe. Dabei wird die künftig zusätzlich anfallende Abwassermenge aus Winterberg bereits berücksichtigt. Die neue vierte Reinigungsstufe filtert dabei zusätzliche Schadstoffe für die Umwelt aus dem Wasser. "Inhaltsstoffe aus Voltaren sind zum Beispiel auch schädlich für die Fische in Sauerländer Gewässern. Die neue Reinigungsstufe filtert diese aus dem Wasser, bevor sie ins Ökosystem gelangen"; so Prof. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands. Mit dem Projekt in Velmede verbindet der Verband also die Modernisierung seiner Infrastruktur mit den Anforderungen eines zukunftsfähigen und leistungsstarken Gewässerschutzes.

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Große Investitionsoffensive

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Im Jahr 2005 wurde ein großes Investitionsprogramm des Ruhrverbandes in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Seitdem laufen Entschuldung, Betriebsoptimierungen, Personalanpassungen, gezielte Reinvestitionen sowie der Ausbau der Eigenenergieerzeugung. Diese Entwicklung schafft nun die Voraussetzungen für eine neue Phase des Aufbruchs, heißt es von den Verantwortlichen. Die meisten Kläranlagen des Ruhrverbands sind mittlerweile zwischen 25 und 35 Jahre alt und erreichen damit eine Phase, in der umfangreiche Erneuerungsinvestitionen erforderlich werden. Ziel ist es, die hohe Leistungsfähigkeit der mechanischen und biologischen Abwasserreinigung sowie der Klärschlammverwertung dauerhaft zu sichern und gleichzeitig weitere Effizienzpotenziale zu erschließen, so der Ruhrverband.

Um die anstehenden Investitionen stemmen zu können, baut der Ruhrverband seine internen Kompetenzen gezielt aus und entwickelt derzeit eine langfristige Asset-Strategie bis zum Jahr 2040. Sie soll die Erneuerung der Infrastruktur planbar gestalten und Investitionen langfristig steuern. Der jährliche Investitionsbedarf wird dabei von derzeit rund 50 bis 60 Millionen Euro auf künftig etwa 130 bis 150 Millionen Euro ansteigen, so Verantwortliche.

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Weniger Kläranlagen, auch im HSK

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Bis 2040 soll die Zahl der vom Ruhrverband betriebenen Kläranlagen von derzeit 67 auf rund 50 reduziert werden. Größere, leistungsfähigere Anlagen können wirtschaftlicher betrieben und zugleich mit moderner Reinigungstechnik ausgestattet werden, heißt es. Dadurch lässt sich insbesondere der Gewässerschutz an kleineren und empfindlichen Fließgewässern weiter verbessern. "Zusätzlich profitieren auch Sauerländer. Die Abwasserkosten steigen nicht so stark an", so Prof. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands. Zusätzlich werden die Gewässer durch größere, modernere Anlagen besser geschützt. Beeinträchtigungen für Sauerländer gebe es wenige. "Die Menschen vor Ort müssen sich auf mögliche Baustellen einstellen, damit die neuen Abwasserrohre verlegt werden können", so Donner weiter. Die Trassenplanung für die Zusammenlegung der Kläranlagen läuft bereits, in Kooperation mit den jeweiligen Kommunen, heißt es.

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Neue EU-Verordnungen für besseren Gewässerschutz

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Ein weiterer Grund für die anlaufende Investitionswelle sind neuen gesetzlichen Anforderungen an die kommunale Abwasserreinigung. Die kommen unter anderem aus der neuen Kommunalabwasserrichtlinie der EU oder der Klärschlammverordnung. Dazu zählen unter anderem der Ausbau der Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination, die Phosphorrückgewinnung sowie innovative Verfahren der Klärschlammbehandlung. Gleichzeitig bestehen insbesondere hinsichtlich der Finanzierung noch Unsicherheiten, heißt es vom Ruhrverband.

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