
Die Gewerkschaft fordert faire Dienstpläne für die Beschäftigten im Gastrobereich während der Fußball-Weltmeisterschaft. Es geht um die rund 6.840 Gastrobeschäftigten im Hochsauerlandkreis – in den Küchen und im Service, an den Theken und Bars, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft. Die WM-Arbeitszeiten sollten frühzeitig abgesprochen werden.
Mehr Personal für Spitzenzeiten
„Eines darf es auf keinen Fall geben: Alles rechts ran für den Fußball und WM-Überstunden bis zum Abwinken. Gastronomen, die das verlangen, spielen sich ins Abseits“, so Isabell Mura von der NGG Südwestfalen. Bei den Dienstplänen müsse auf die Kellnerin mit Kind genauso Rücksicht genommen werden wie auf die Köchin, die zu Hause einen Angehörigen pflege.
Zudem müsse es zu den Spitzenzeiten der Fußballübertragung zusätzliches Personal geben. „Das darf keine ‚Überstunden-WM‘ werden. Mal ganz abgesehen davon, dass jede Überstunde von den Wirten und Restaurantbetreibern auch bezahlt werden muss. Denn in der Gastronomie sind selbst die spannendsten WM-Spiele Arbeits- und keine Freizeit. Daran ändert auch König Fußball nichts“, so die Gewerkschafterin. Jedem Gastronomen, der da auf andere Ideen komme, werde die NGG Südwestfalen die Rote Karte zeigen.
Mehr Lohn gefordert
Außerdem, so die Gewerkschaft, lege die Fußball-WM einen ganz anderen Ball auf den Elfmeterpunkt: „Es ist höchste Zeit, endlich ein ‚Lohn-Tor‘ für Köche, Kellner & Co. im Hochsauerlandkreis zu schießen.“ Die NGG fordert 6 Prozent mehr Lohn. „Das ist genau die Hälfte von dem, was den Gastronomen vom Staat durch die Steuersenkung geschenkt wurde: Schon seit Januar zahlt die Gastronomie nur 7 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer – satte 12 Prozent weniger als vorher“, rechnet Isabell Mura vor. Die Gäste hätten davon allerdings in den meisten Fällen nichts gemerkt. Und auch bei fast allen Beschäftigten sei „kein Cent mehr angekommen“. Eine 6- prozentige Lohnerhöhung für einen gelernten Koch oder Kellner mit Vollzeitjob mindestens 164 Euro mehr pro Monat auf dem Lohnkonto bedeuten, so die NGG. Mit ihrer Lohn-Forderung will die NGG in der Woche nach dem WM-Start in die
Tarifrunde für die Gastronomie in Nordrhein-Westfalen gehen. Auftakt für die Tarifverhandlung ist am 17. Juni.
Die Gewerkschaft hofft, "dass die Arbeitgeber auf Fair Play setzen und sich in der WM-Phase kein Eigentor schießen. Das würden ihnen die Beschäftigten übelnehmen".
Gewerkschaft warnt vor WM der Überstunden und