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HSK: Apotheken wegen bundesweiten Protestes dicht
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HSK: Apotheken wegen bundesweiten Protestes dicht

Heute bleiben im Hochsauerlandkreis viele Apotheken ganztägig geschlossen. Grund ist ein bundesweiter Protesttag mit vielen Demonstrationen, unter anderem in Düsseldorf. Die Versorgung in Akutfällen übernimmt der Apotheken-Notdienst.

Veröffentlicht: Montag, 23.03.2026 05:15

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Bei uns beteiligen sich verschiedene Apotheken am bundesweiten Protesttag. „Wir werden uns den heute angekündigten bundesweiten Protesten anschließen um in Düsseldorf zu demonstrieren“, so Thomas Rochell, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL). Hintergrund der Proteste sind anhaltende wirtschaftliche Probleme und geplante gesundheitspolitische Reformen. Der AVWL verweist auf eine seit Jahren unzureichende Finanzierung. Das staatlich geregelte Honorar sei seit über 20 Jahren kaum erhöht worden, zuletzt 2013 um rund 3 Prozent, während Personal- und Sachkosten um 65 Prozent gestiegen seien. Zusätzlich belasteten Inflation, Bürokratie und Lieferengpässe die Betriebe. Laut Verband ist ein Viertel der Apotheken in Westfalen-Lippe wirtschaftlich stark gefährdet, nahezu zehn Prozent schreiben keine schwarzen Zahlen. „Mit jeder Apotheke, die schließt, werden die Wege für Patienten weiter, die Wartezeiten länger und das Leistungsangebot dünner“, warnt Rochell. Weitere Protesttage im HSK sind derzeit nicht geplant.

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Weniger Apotheken, mehr Leistung gefordert

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Die Apotheken fordern stabile Rahmenbedingungen und sehen die Preisbindung bei Arzneimitteln als wichtigen Verbraucherschutz. "In Zeiten des demografischen Wandels und zunehmender weltweiter Krisen brauchen wir aber eher mehr Apotheken und mehr Leistungen als weniger. Und wir brauchen ein verlässliches, stabiles Netz, das im Falle von Cyberangriffen, Terroranschlägen, Naturkatastrophen und schlimmstenfalls eines Bündnisfalles die Versorgung dezentral sicherstellt.“, so Rochell. Deshalb sei es auch vollkommen widersinnig, die Anforderungen an die Apothekenausstattung, zum Beispiel mit Laboren, wie nun von der Politik geplant aus Spargründen herunterzufahren und damit die Leistungsfähigkeit der Apotheken zu schwächen. Wer die Apotheken kaputtspart, macht die Versorgung nur teurer durch Folgeerkrankungen, unnötige Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte, so der AVWL. 


Auch der Mangel an Qualifizierten Arbeitskräften macht vielen Apotheken bei uns zu schaffen. Das sorge in manchen Fällen für die Schließung von einigen Apotheken, ins besondere im ländlichen Raum. " Allein im Hochsauerlandkreis mussten in den letzten fünfzehn Jahren rund 27 Apotheken dicht machen", so Sandra Dietrich-Siebert, Apothekerin aus Brilon und Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe bei uns im Hochsauerlandkreis. Neben dem Fachkräftemangel gebe es aber auch Probleme bei der Findung von Nachwuchskräften. Das könne daran liegen, das gewisse Apotheken nicht rentabel sind, so Dietrich-Siebert. Die mögliche Bezahlung der potentiellen Arbeitskräfte sei im Vergleich zu anderen Berufen in der Branche nicht attraktiv genug. Auch deswegen fordert sie eine Anhebung des Honorarrahmens. Das, was Apotheken pro abgegebenem rezeptpflichtigen Arzneimittel verdienen, ist gesetzlich festgelegt. Eine Steigerung dieses Honorars hat es zuletzt vor 13 Jahren gegeben. 

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Notdienst weiter erreichbar

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Für Notfälle ist die Versorgung bei uns laut AVWL am Protesttag gesichert. Notdiensthabende Apotheken übernehmen die Abgabe dringend benötigter Arzneimittel. Reguläre Öffnungen sind für den Tag nicht vorgesehen. Einen Link zu den notdiensthabenden Apotheken im HSK findet ihr hier. Jede Apotheke weist außerdem per Aushang auf die nächstgelegenen Notdienstapotheken hin. Bundesweit nehmen fast 20.000 Patienten jede Nacht den Apothekennotdienst in Anspruch.

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