Hoffnung auf Schützenfeste im Sauerland schwindet

Schützenbund Arnsberg:" Wir Schützen sind eine unglaubliche Solidargemeinschaft."

Schützenhut aus Bronze (?) / Metall vor der Schützenhalle in Brilon-Madfeld (2019).
© Radio Sauerland

Die Hoffnung auf ein richtiges Schützenfest in diesem Jahr schwindet. "Lieber in diesem Jahr noch durchhalten und im kommenden Jahr richtig feiern", so der Frank Schröder, Geschäftsführer des Kreisschützenbund Meschede. Schon Anfang des Jahres sei klar gewesen, dass es wegen der Corona-Pandemie wohl kein normales Schützenfest geben werde.

Viele Vereine hätten sich eine Empfehlung des Kreisschützenbundes Meschede gewünscht, ob sie das Schützenfest in diesem Jahr erneut absagen sollen. Das sei nicht möglich gewesen, so Schröder. "Wir fahren auf Sicht und müssen abwarten, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt". Zum jetzigen Zeittpunkt würden die Schützenvereine ja nicht mal eine Thekenmannschaft oder genügend Musiker zusammen bekommen, weil die Leute Angst hätten, sich mit Corona zu infizieren.

Vom Briloner Kreisschützenbund, der 67 Vereine vertritt, heißt es: die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht könne es im Septmeber einige Stadtschützenfeste geben. Aber nur wenn es keine Auflagen gebe. Mit Abstand, Maske und begrenzter Personenzahl könne man kein Schützenfest feiern, so der Schützenoberst des Kreisschützenbundes Brilon, Rüdiger Eppner.

Der Sauerländer SPD Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese hält eine pauschale Absage der Feste für verfrüht. Im zweiten Halbjahr seien kleinere Feste im Freien vielleicht möglich, so Wiese. Grundvoraussetzung sei dabei, dass es mit dem Impfen vorangehe. Wiese kritisiert die Aussagen von Minister Laumann.

NRW-Gesundheitsminister Laumann hatte gesagt, dass es keine Schützenfeste geben wird, solange es kein Impfangebot für alle gebe. Laumann rechnet damit, dass das frühestens am Ende des Sommers der Fall sein wird.

Schützenvereine halten sich trotz Pandemie über Wasser

Trotz der trüben Aussichten für die feierlustigen Schützen, gehen die Mitglieder den Vereinen nicht von der Stange. Eine Umfrage des Kreisschützenbundes vor drei Wochen hatte ergeben, dass die Mitglieder den Vereinen die Treue halten. "Das Schützenwesen ist eine unglaubliche Solidargemeinschatt", so Dietrich-Wilhelm Dönneweg, Schützenoberst des Schützenkreises Arnsberg. Trotz der finanziellen Einbußen durch die Pandemie, stehe noch kein Schützenverein vor der Pleite.

Dönneweg will die Hoffnung auf eine Schützenfest in diesem Jahr noch nicht ganz aufgeben. "Vielleicht geht ja noch etwas im August oder September"?


skyline