Hochsauerlandklinikum warnt vor Blutvergiftungen

Das Hochsauerlandklinikum warnt anlässlich des Welt-Sepsistages vor den lebensbedrohlichen Folgen einer Sepsis, auch bekannt als Blutvergiftung. Im vergangenen Jahr wurden allein in Westfalen-Lippe 1.787 AOK-Versicherte wegen akuter Lebensgefahr durch Sepsis im Krankenhaus behandelt, heißt es von der Krankenkasse. 

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Mit rund 500.000 Betroffenen und 85.000 Todesfällen pro Jahr ist die Blutvergiftung inzwischen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland - nach Herzkreislauferkrankungen und Krebs, so das Hochsauerlandklinikum. Überlebende haben oft mit dramatischen Folgeschäden zu kämpfen. Schon bei den ersten Anzeichen sollte daher sofort der Notruf gewählt werden, so die AOK NordWest. „Sepsis kann jeden treffen, unabhängig von Alter oder Lebenssituation. Durch Prävention, Früherkennung und schnelle Behandlung ließen sich viele Fälle vermeiden“, erklärt Dirk Schneider, Serviceregionsleiter der AOK. Laut der Sepsis-Stiftung kämpfen mehr als 270.000 Überlebende mit den Langzeitfolgen einer Blutvergiftung.

Was ist Sepsis

"Eine Sepsis ist eine extreme Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Ein vereiterter Zahn, ein Infekt mit Husten oder eine Wunde an der Hand kann genügen: Gelangen z.B. Bakterien in den Blutkreislauf, kann sich binnen weniger Stunden eine lebensgefährliche Blutvergiftung entwickeln. Sie tritt auf, wenn das Immunsystem nicht mehr nur die Infektion bekämpft, sondern auch das eigene Gewebe und die Organe angreift. Ohne sofortige Behandlung kann dies zu Organversagen und letztlich zum Tod führen. Die Sepsis ist ein medizinischer Notfall und erfordert eine rasche Diagnose und Therapie", bestätigt Kevin Pilarczyk, Chefarzt der Klinik für Intensiv- und Notfallmedizin im Klinikum Hochsauerland.

Warnzeichen

"Eine Sepsis ist schwer zu erkennen, da die Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Zu den typischen Anzeichen gehören ein schneller Herzschlag, schnelle Atmung, hohes Fieber oder im Gegenteil eine ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur sowie ein starkes Krankheitsgefühl.Diese Symptome sind Warnzeichen für eine mögliche Sepsis", so PD Dr. med. Kevin Pilarczyk, Chefarzt der Klinik für Intensiv- und Notfallmedizin im Klinikum Hochsauerland.

Schutzmaßnahmen

Um sich vor Sepsis zu schützen, sei Hygiene, gute Wunddesinfektion und -pflege sowie eine konsequente Behandlung wichtig, so das Hochsauerlandklinikum. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt zudem Schutzimpfungen. Alle zugelassenen Impfstoffe sind sicher und wirksam. Besonders gefährdete Personen wie ältere Menschen, Kleinkinder oder Menschen mit Vorerkrankungen oder schwachem Immunsystem sollten sich impfen lassen.

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