
Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat bundesweit rund 11.000 Städte und Gemeinden auf dem Prüfstand gehabt. Der "IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge" im Auftrag des Tabakkonzerns Philip Morris hat untersucht wo die Menschen am besten versorgt mit Ärzten, Schulen, schnellem Internet und vielen anderen Infrastruktur-Angeboten sind. Der Hochsauerlandkreis bewegt sich insgesamt im mittleren bis unteren Bereich. Auffällig sind vor allem die großen Unterschiede innerhalb des Kreises: Mit Brilon und Arnsberg schneiden zwei größere Städte noch vergleichsweise gut ab, während mehrere kleinere und südlich gelegene Kommunen deutlich schlechter platziert sind. Besonders schwach fallen Hallenberg, Schmallenberg, Winterberg und Sundern auf. Das spricht für eine ungleiche Verteilung von Versorgungsqualität innerhalb des Kreises. Während zentrale Orte in einzelnen Bereichen wie Bildung, Gesundheit oder Mobilität bessere Voraussetzungen bieten, zeigen sich in Randlagen wie Hallenberg, Schmallenberg und Winterberg vor allem bei Mobilität, digitaler Infrastruktur und teils auch bei der gesundheitlichen Versorgung deutliche Defizite. Insgesamt verweist das Ergebnis auf strukturelle Unterschiede zwischen stärker ausgestatteten Zentren und dünner besiedelten, schlechter angebundenen Kommunen im Hochsauerlandkreis.
So haben die Kommunen im Sauerland abgeschnitten
An welcher Stelle im deutschlandweiten Ranking eine Stadt oder Gemeinde aus dem Hochsauerlandkreis abgeschnitten hat, findet ihr in Klammern hinter dem Namen der Kommune. Bei den Unterkategorien haben wird die besten und die schlechtesten Platzierungen im Hochsauerlandkreis zusammengefasst.
Daseinsvorsorge insgesamt:
Sehr gut: Brilon(1983),Arnsberg(2059)
Gut: Marsberg(3081),Meschede(3169),Bestwig(3516),Olsberg(4180)
Mittel: Medebach(6248),
Schlecht: Sundern(6647)Winterberg(6811),Eslohe( 6892), Schmallenberg(7269),Hallenberg(7469)
Unterkategorien:
Bildung:
- Beste: Brilon (941)
- Schlechteste: Hallenberg (9025)
Gesundheit:
- Beste: Arnsberg (1429)
- Schlechteste: Winterberg (6269)
Mobilität:
- Beste: Arnsberg (1136)
- Schlechteste: Hallenberg (10580)
Digital:
- Beste: Arnsberg (2845)
- Schlechteste: Olsberg (8539)
Freizeit:
- Beste: Hallenberg (3723)
- Schlechteste: Sundern (9798)
Hier geht es zur gesamten Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft.
Methodik der IW-Studio
Erstmals verknüpft eine solche Untersuchung eine aktuelle, kleinräumige und umfassende Datenbasis zu den Versorgungslagen auf Ebene von über 10.817 Gemeinden mit einer geokodierten Personenbefragung. Auf Basis von 17 teilweise mit Webscraping erhobenen Indikatoren aus den Bereichen Digitales, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Bildung lässt sich der Mechanismus zwischen (Unzufriedenheit mit) der lokalen Daseinsvorsorge und der voranschreitenden politischen Entfremdung genauer untersuchen. Konkret wird analysiert, inwiefern objektive Mängel in der lokalen Daseinsvorsorge subjektiv wahrgenommen und als Ausdruck von Staatsversagen interpretiert werden, wodurch sie zur politischen Entfremdung beitragen.
Die Mehrheit der Menschen (53,2 Prozent) in Deutschland ist mit der Daseinsvorsorge im eigenen Umfeld zufrieden. Obwohl die Bewertung in urbanen Umfeldern (55,2 Prozent Zufriedene) positiver ausfällt als im ländlichen Raum (45,1 Prozent Zufriedene), sind diese Unterschiede letztlich überschaubar.