
In vielen deutschen Städten finden Bürgerinnen und Bürger immer weniger Schutz vor Hitze. Davon betroffen ist auch Arnsberg, die einzige Stadt aus dem Hochsauerlandkreis, die die Deutsche Umwelthilfe bei ihrem Hitze-Check untersucht hat. Danach sind die Arnsbergerinnen und Arnsberg zwar nicht so stark von Hitze im Sommer betroffen. Der sogenannte Hitzebetroffenheitsindex zeigt dies an. Er setzt sich aus Versiegelung, Grünvolumen, durchschnittlicher Oberflächentemperatur der Sommermonate und Bevölkerungsdichte zusammen. Allerdings sind in den vergangenen Jahren deutlich mehr Flächen versiegelt worden, kritisiert die Umwelthilfe. Mit 0,54 Prozent mehr versiegelte Flächen liegt Arnsberg sogar im roten Bereich der Bewertung der Umwelthilfe. Geschätzt über 4500 Bäume sind im Stadtgebiet seit 2018 verloren gegangen. Und gleichzeitig gibt es weniger Beschattung. Dies hat die Umwelthilfe im sogenannten Beschirmungsgrad ausgedrückt. Das ist der Grad der Bedeckung des Bodens durch Vegetation, die höher als 2,50 m ist. Hier liegt der Wert für Arnsberg bei rund 28 Prozent und damit im gelben Bereich. Der wissenschaftlich empfohlene Richtwert liegt bei mindestens 30 Prozent. In der Gesamtbewertung bekommt Arnsberg damit eine gelbe Karte.
Weckruf für die Politik
Insgesamt 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hat die Deutsche Umwelthilfe im diesjährigen Hitze-Check unter die Lupe genommen. In der Gesamtauswertung schneiden die Städte Offenburg, Lahr und Mannheim besonders schlecht ab. Positiv stechen Kiel und Wuppertal hervor.
Die Umwelthilfe sieht in den Ergebnissen einen Weckruf insbesondere für Bauministerin Verena Hubertz und Gesundheitsministerin Nina Warken, wirksame Hitzeschutzmaßnahmen in den Städten durchzusetzen. Dazu gehört die Umsetzung der 3-30-300 Regel: Bürgerinnen und Bürger sollten von ihrem Zuhause aus mindestens drei Bäume sehen können, in einem Umfeld mit 30 Prozent Baumbeschirmung leben und die nächste Grünfläche sollte höchstens 300 Meter entfernt sein.