Heute ist Aktionstag Glücksspielsucht im Sauerland

Johannesbad-Fachklinik in Bad Fredeburg behandelt 150 - 200 Glücksspielsüchtige im Jahr

© Ralf Laskowski - Radio Emscher Lippe

Corona macht viele einsam und hat auf jede Art von Sucht negative Auswirkungen, so die Johannesbad Fachklinik in Bad Fredeburg. Sie informiert heute am bundesweiten Aktionstag Glücksspielsucht über das Thema. Zwei Patienten der Klinik berichten dabei an einem Infostand an der Klinik unter anderem über ihre Erfahrungen.

150 bis 200 Patienten mit Glücksspielsucht pro Jahr

In Bad Fredeburg werden pro Jahr rund 150 bis 200 Glücksspielsüchtige therapiert. Die meisten kommen über Beratungsstellen in die Fachklinik. Der typische Spieler ist männlich und zwischen 30 und 50 Jahren alt, aber durch Online-Angebote gibt es auch ganz junge Spieler, die süchtig werden, heißt es.


Rund 70% der Umsätze in Spielhallen stammen beispielsweise von Menschen, die Probleme mit Spielsucht haben, so Experten. In Dortmund wurden beispielsweise im letzten Jahr rund 57 Millionen Euro in Glückspielautomaten versenkt, sagt die Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht.

Spielsucht lässt sich gut verheimlichen

Glücksspiel ist deutlich teurer als andere Süchte. In Bad Fredeburg werden immer mal wieder Patienten behandelt, die am Tag 10 000 Euro online verspielt haben.

Die Sucht lässt sich zunächst gut vor anderen verheimlichen. Spieler sind nicht als solche zu erkennen, so Experten. Erst wenn das Netz aus Lügen auffliegt oder Geldprobleme massiv werden oder der Partner sich abwendet, fänden viele Betroffene den Weg in eine Beratungsstelle. Die Rückfallquote liegt bei 60%.

Immer mehr spielen online

Bislang ist Glücksspiel im Internet illegal. Das soll sich aber ab 15. Oktober schrittweise ändern. Es wird damit gerechnet, dass dann auch immer mehr Automatenunternehmen ihre Automatenspiele online anbieten werden.

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