
Viele heimische Unternehmen der Metall- und Elektrobranche bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als schlecht. Für viele Betriebe ist der Start ins neue Jahr von Ratlosigkeit und Unsicherheit geprägt - das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage vom Unternehmensverband Westfalen-Mitte. 128 Unternehmen mit 32.000 Beschäftigten aus der Region haben sich beteiligt. Zusätzlich steht die heimische Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten vor einem weiteren Abwärtstrend, so die Befürchtungen.
Kurzarbeit und Entlassungen möglich
Die Verschlechterung wird in jedem einzelnen Punkt der Umfrage deutlich. In der Geschäfts-, Auftrags- und Ertragslage verzeichneten die Unternehmen 2024 Einbußen im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund fehlender Aufträge aus dem In- und Ausland bewerten sie die Situation als ernst und klagen mehrheitlich über schlechte Geschäfte. Auch in der ersten Jahreshälfte rechnen die meisten nicht mit Besserung. Daher planen die Unternehmen erneut weniger Investitionen im Inland. Für Arbeitnehmer könne sich die schlechte Entwicklung anhand von Kurzarbeit und über 30 Prozent Entlassungen bemerkbar machen. Einzig positiv sticht der Ausbildungsmarkt hervor, der als stabil gilt.
Unternehmen blicken mit Skepsis in die Zukunft
Für Dr. Volker Verch, Geschäftsführer vom Unternehmensverband Westfalen-Mitte, ist der Abwärtstrend unübersehbar: "Die Zahlen sind alarmierend. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir so schlechte Einschätzungen schon einmal hatten. Deshalb machen wir uns natürlich Sorgen und blicken mit großer Skepsis in die Zukunft. In dieser Wettbewerbskrise sind die Unternehmen ratlos und unsicher. Das ist eine deutliche Botschaft an die Politik und zugleich ein Warnsignal. Es ist Zeit, dass etwas passiert!" Um weiterhin Arbeitsplätze zu schaffen und international konkurrenzfähig zu bleiben, fordert der Unternehmensverband Westfalen-Mitte von der Regierung eine Stärkung der Wirtschaft und Industrie, sowie Bürokratieabbau.
Klare Forderungen an die Regierung
"Die neue Regierung sollte sofort Bedingungen schaffen, unter denen der Industriestandort wieder stabilisiert werden kann. Hohe Steuern und Abgaben, steigende Lohnzusatzkosten, lähmende Bürokratie und langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren belasten und blockieren die Unternehmen zunehmend. Das größte Problem stellt allerdings die ungelöste Energiefrage mit überbordenden Kosten und Versorgungsschwankungen dar. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, um wieder verstärkt am Standort zu investieren, sichere Arbeitsplätze schaffen zu können und international konkurrenzfähig zu bleiben“, so Volker Verch.