
In Meschede wurde erstmals der Heimatpreis 2025 vergeben. Er ging an den Sägemühlenverein
Remblinghausen. Die Preisverleihung fand inmitten von historischem Fachwerk, angetrieben von der Kraft des Wassers und umgeben von jahrhundertealter Technik statt. Der Heimatpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.
„Was Sie hier leisten, ist weit mehr als Denkmalpflege. Es ist unbezahlte Arbeit von
hohem Wert für Remblinghausen, für Meschede und weit darüber hinaus“, so Meschedes Bürgermeister Weber. Er würdigte das Engagement des Vereins als tragende Säule des Gemeinwesens, das Traditionen bewahrt, Generationen verbindet und Heimat lebendig hält.
Sägemühle in Remblinghausen hat eine lange Geschichte
Erstmals 1671 in einem Taufregister erwähnt, besteht das heutige Fachwerkgebäude aus drei Abschnitten – dem Gebäudekern von 1809, der Stellmacherwerkstatt von 1859 und dem ursprünglichen Bau. Bereits 1901 wurde ein kleines Wasserrad für die Stromerzeugung eingebaut. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts modernisierte man die Mühle kontinuierlich: Ein Schrotgang, eine Kleesamenenthülsungsmaschine und eine Gattersäge wurden ergänzt, Transmissionen trieben kleinere Maschinen für die Fertigung von Wäscheklammern und Holzharken an. Die Ausstattung zeigt heute noch die Technik des ausgehenden 19. Jahrhunderts - funktionstüchtig und als lebendiges Kulturdenkmal erlebbar. Seit 1987 steht die Sägemühle unter Denkmalschutz.
Sägemühlenverein hat über 60 Mitglieder
Der Sägemühlenverein Remblinghausen e. V. wurde am 2. September 1994 von 22 Mitgliedern gegründet. Ziel war und ist die Erhaltung, Instandhaltung und Betreuung der Mühle. Heute zählt der gemeinnützige Verein über 60 Mitglieder, rund 10 aktive Mitglieder treffen sich regelmäßig, um Bauwerk und Technik zu pflegen. Jährlich werden dabei etwa 1.700 ehrenamtliche Stunden geleistet: freiwillig, engagiert und gemeinwohlorientiert.
Zu den regelmäßigen Veranstaltungen des Vereins gehört der deutschlandweite Mühlentag am Pfingstmontag, der das Kulturgut Mühle einer breiten Öffentlichkeit nahebringt.
Mit dem Heimat-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen erhält der Verein nicht nur Anerkennung und Wertschätzung, der Preis soll zugleich auch Motivation sein, das wertvolle Erbe für kommende Generationen zu sichern, so die Stadt Meschede. Für dieses Jahr sind die abschließende Sanierung der Gattersäge, des Gattersägeschlittens, der Fenster und Teilflächen der Gebäudefassade geplant.