
Bürgermeister Johannes Trippe und Kämmerer Andreas Plett haben heute den Haushaltsentwurf für das nächste Jahr vorgestellt. Gleich zu Beginn macht Bürgermeister Trippe klar: Die Haushaltslage in Schmallenberg ist wie bei vielen anderen Städten und Gemeinden angespannt. "Die kommunalen Haushalte stehen unter Druck. Wenn es Sie beruhigt – das heißt zuerst einmal, damit sind wir in Schmallenberg nicht allein. Wir sind eine von 396 Kommunen in NRW und in bester Gesellschaft. Allein der Umstand, dass hiervon nur 7 (!) im Jahr 2026 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen konnten, sagt alles über die Gemengelage aus, in der wir uns bewegen", so Trippe. Die geplanten Ausgaben belaufen sich in Schmallenberg laut Entwurf auf 94,28 Mio. €, Erträge von 90,89 Mio. € stehen gegenüber. Das geplante Defizit liegt also bei rund 3,39 Mio. €. Durch den Rückgriff auf die Ausgleichsrücklage gilt der Haushalt dennoch als ausgeglichen.
Einer der Gründe für die gestiegenen Ausgaben der Stadt ist die angekündigte Erhöhung der Kreisumlage um 1,45 %. Dies entspricht einer Mehrbelastung von rund 840.000 € für den Schmallenberger Haushalt. "Hierbei ist es mir wichtig, den Hochsauerlandkreis auch ein Stück weit aus der Schusslinie zu nehmen. Der Haushalt wurde den Bürgermeistern und Kämmerern in zwei Veranstaltungen eingehend vorgestellt und sowohl Andreas Plett, als auch ich selbst haben dort keine nennenswerten Spielräume mehr erkennen können", so Bürgermeister Trippe in seiner Rede vor dem Schmallenberger Rat. Positiv für Schmallenberg: Die erwarteten Einnahmen durch die Gewerbesteuer bleiben stabil. "Schmallenberg verfügt über eine breite, eine stabile wirtschaftliche Basis. Wir haben innovative, fleißige und weitsichtige Familienunternehmer, die auf ebenso zupackende Mitarbeiter bauen können", so der Schmallenberger Bürgermeister. Die Stadt Schmallenberg führt aktuell ein Haushaltsstrukturkonzept durch. Dieses hat einen Effekt an Einsparungen und Einnahmeverbesserungen von rund 2,20 Mio. €. "Durch das verringerte Defizit und die Schonung unserer Ausgleichsrücklage, werden wir nach jetzigem Stand eine Haushaltssicherung, auch mittelfristig umgehen können", bestätigt Trippe.
Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen erwartet
Um Schmallenberg langfristig finanziell stabil aufzustellen, sollen Steuern und Abgaben erhöht werden. Zusammen mit weiteren Anpassungen der Wassergebühren, ergibt sich hieraus im Einzelfall eine jährliche Mehrbelastung einer Durchschnittsfamilie von rund 128 €. "Gleichwohl bleiben wir für eben jene Familie die günstigste Kommune im Vergleich zu den Nachbargemeinden. Der Verzicht auf Winterdienst- und Straßenreinigungsgebühren sowie die kostenfreie Kinderbetreuung bleiben beispiellos im gesamten HSK und eröffnen unseren Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft noch finanzielle Freiräume im Vergleich", so Trippe.
Auch bei der Stadtverwaltung soll eingespart werden, um den Haushalt zusätzlich zu entlasten. Mit einer Kürzung von einer guten Viertelmillion Euro über alle Budgets ist ein erster wichtiger Schritt gemacht, so Bürgermeister Trippe. Zusätzlich soll in naher Zukunft eine Strukturanalyse innerhalb der Verwaltung durchgeführt und die Bürgerservices der Stadt sollen schneller und moderner werden.
Stadt will viel investieren
Für das kommende Jahr sollen 23,1 Mio. € investiert werden. Hinzu kommen Ermächtigungsübertragungen aus dem laufenden Haushalt in zweistelliger Millionenhöhe. Die Mittel fließen in den Erhalt der Schmallenberger Infrastruktur. Dazu gehören zum Beispiel Wasserversorgung, Straßenbaumaßnahmen oder die Erschließung von Bau- und Gewerbeflächen. Weiter geht es auch mit den notwendigen Investitionen in die Gerätehäuser der freiwilligen Feuerwehren. Im Haushalt für die kommenden Jahre 2027 bis 2029 sind zum Beispiel Baukosten für die ersten neuen Standorte in Bödefeld und Oberkirchen enthalten. Neben Bauvorhaben, stehen Themen wie die ärztliche Versorgung, Digitalisierung oder der öffentliche Personennahverkehr im Fokus. "Ein Thema welches mir nach wie vor besonders am Herzen liegt, ist die Erweiterung des Schulzentrums in Schmallenberg. Ich bleibe dabei, dass unsere Schullandschaft diesen Schritt benötigt und er nachhaltig dazu beitragen wird, den Bildungsstandort zukunftsfest zu machen. Die Baugenehmigung hierfür liegt vor und die Ausschreibungen sind in Vorbereitung, sodass dem Spatenstich im Frühjahr nichts im Wege stehen sollte", so Schmallenbergs Bürgermeister Johannes Trippe.