
Handwerkskammer äußert sich zur Entlastungsprämie
Die steuer- und sozialabgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro stößt bei vielen Sauerländer Betrieben auf Unmut. Der Grund: Die wirtschaftliche Lage macht die Auszahlung an die Mitarbeiter bei vielen Betrieben kaum möglich. Das bestätigt auch die Handwerkskammer Südwestfalen in einer Stellungnahme.
Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 09:29
„Die angekündigte steuer- und sozialabgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro mag auf den ersten Blick wie eine willkommene Unterstützung für Beschäftigte wirken. Doch in Wahrheit ist sie ein schlechter Witz, wenn sie auf Kosten der Arbeitgeber gehen soll." Das sagt Jochen Renfordt, Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen. "Unsere Mitarbeiter im Handwerk sind nicht naiv. Sie durchschauen dieses Manöver sehr genau", so Renfordt weiter. Für Betriebe, die wirtschaftlich nicht in der Lage sind, diese Prämie zu finanzieren, entstehe ein ernsthaftes Problem. Sie stehen allein da und müssen die Last stemmen. Die aktuelle Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer bestätigt die große Anspannung. Viele Betriebe kämpfen mit rückläufigen Erträgen und angespannter Liquidität. Spielräume für zusätzliche finanzielle Belastungen wie eine Entlastungsprämie sind kaum vorhanden. "Die derzeitige Wirtschaftslage ist keine Hochkonjunktur, sondern geprägt von einer anhaltenden Krise, die durch politische Versäumnisse immer weiter verschärft wird. Mehr denn je sehen sich Handwerksbetriebe und der Mittelstand als Melkkuh der Nation: kein Industriestrompreis, keine echten Steuer- und
Sozialversicherungsreformen, immer mehr Bürokratie und ständig steigende Kosten lasten auf ihnen", so Renfordt in der Stellungnahme der Handwerkskammer zur Entlastungsprämie.