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Hallenbad Sundern mit KI-gestützter Wasseraufsicht
© Stadtwerke Osnabrück
KI-Wasseraufsicht im Nettebad in Osnabrück
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Hallenbad Sundern mit KI-gestützter Wasseraufsicht

In anderen Schwimmbädern im Hochsauerlandkreis ist KI-Wasseraufsicht aktuell noch kein Thema.

Veröffentlicht: Sonntag, 10.05.2026 22:00

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Als erstes Schwimmbad im Hochsauerlandkreis soll das Hallenbad in Sundern eine von Künstlicher Intelligenz gestützte Wasseraufsicht bekommen. Die Sorpesee GmbH hat sich das System live im Kölner Stadionbad und im neuen Stadtbad in Koblenz angesehen. In Sundern sollen beide Becken überwacht werden, um dadurch die Sicherheit zu erhöhen. Die Mitarbeitenden erhalten eine Smartwatch, die Gefahrensituationen in einem Ampelsystem auf die Watch meldet, die dann quittiert werden oder ein Eingreifen erforderlich machen. Mit dem System lässt sich auch die Nutzung und Belegung des Bades/der Schwimmbahnen sehr gut nachvollziehen und eine entsprechend detaillierte Risikoanalyse erstellen, heißt es von der Stadt Sundern. Die Bewegungen der Mitarbeitenden oder des Beckenumgangs werden nicht aufgezeichnet. Die Stadt macht aber auch klar: Eine KI-Wasseraufsicht kann unterstützen, beobachten und im Ernstfall schneller auf auffällige Situationen hinweisen - die Verantwortung und Aufsicht durch qualifiziertes Personal im Bad ersetzt sie jedoch nicht.

Das Hallenbad in Sundern ist aktuell geschlossen

Bis das KI-System in Sundern an den Start geht, dauert es noch. Das Hallenbad wird in diesem Jahr energetisch saniert. Es bleibt bis mindestens 31.12.2026 geschlossen. Eine Wiedereröffnung ist zum Jahresbeginn 2027 geplant. Ein genaues Datum kann die Stadt Sundern zum jetzigen Zeitpunkt und während der andauernden Sanierungsmaßnahmen noch nicht terminieren. "Aktuell liegen wir gut im Zeitplan", sagt eine Stadtsprecherin.

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Personalmangel beschäftigt einige Sauerländer Bäder

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Radio Sauerland hat bei einigen Kommunen nachgefragt, wie ihre aktuelle Personalsitution ist und ob der Einsatz von KI-gestützter Wasseraufsicht ein Thema ist. Hier sind die Ergebnisse:

Arnsberg

Im Nass in Hüsten kommt kommt KI noch nicht zum Einsatz. Die Stadt Arnsberg will abwarten, bis Tests in anderen Bädern abgeschlossen und ausgewertet sind. Derzeit befinde sich das System noch in einer teilweise anfälligen Erprobungsphase und sei noch nicht ausgereift. Der Einsatz derartiger Systeme ersetze kein Personal, sondern diene lediglich als zusätzliche Unterstützung, so die Stadt Arnsberg.

Die bundesweit vorherrschende Personalknappheit kann dadurch nicht behoben werden. Derzeit sind im Nass alle Stellen für den Regelbetrieb besetzt. Besonders während der stark frequentierten Sommerferien führt der parallele Betrieb des Freibads Neheim regelmäßig zu personellen Engpässen, da in diesem Zeitraum zwei Standorte gleichzeitig betreut werden müssen.

Brilon

Eine KI gesteuerte Überwachung gibt es im Briloner Hallenbad / Freibad bisher nicht. Personell gibt es derzeit keine Probleme, sodass eine Überwachung der Schwimmbecken mit Fachpersonal sichergestellt ist. KI als Überwachungsinstrument ist derzeit nicht geplant.

Eslohe

Auch das Esselbad in Eslohe hat in der Vergangenheit immer wieder mit personellen Engpässen zu kämpfen gehabt. Von KI verspricht sich der Bad-Chef keine Unterstützung. Dafür sei das Becken zu klein.

Meschede und Olsberg

Derzeit gibt es im AquaOlsberg und im Hallenbad Meschede keine KI-unterstützte Überwachung der Beckenbereiche. Die Städte Meschede und Olsberg weisen darauf hin, dass es Vorschriften der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen gibt, die einzuhalten sind. KI könne das Fachpersonal nicht ersetzen kann. Sie kann lediglich zur Unterstützung dienen. Man dürfe sich nicht einfach auf das KI-System verlassen. Es gehe schließlich um die Sicherheit der Badegäste. Die habe im AquaOlsberg und im Mescheder Hallenbad oberste Priorität. Und um dies zu gewährleisten, müssen Fachkräfte an den Becken stehen. Es bedeute also nicht, dass durch die Anschaffung von KI-Systemen der Fachkräftemangel im Bad behoben ist.

KI-Systeme sind nicht einfach zu testen. Hierzu müsste die Infrastruktur wie Kameras, Verkabelung, Melder, Software etc. installiert werden. Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Bädern, die solche Systeme bereits nutzen, ist von den Städten Meschede und Olsberg angedacht.

Das Hallenbad der Stadt Meschede ist personell gut aufgestellt. Auch das AquaOlsberg hat derzeit ein sehr gutes Stammpersonal. Zur Wiedereröffnung des Solebereiches in den nächsten Monaten wird weiteres Fachpersonal eingestellt.

Schmallenberg:

Auch die Stadt Schmallenberg weist darauf hin, dass KI-Systeme in der Regel als Frühwarnsysteme das Aufsichtspersonal unterstützen sollen, aber keine menschliche Überwachung und Verantwortung vor Ort ersetzen können. 

In den beiden städtischen Bädern der Stadt Schmallenberg, dem SauerlandBad und dem Wellen-Freibad, kommt kein solches KI-System zum Einsatz. Ob der Einsatz sinnvoll ist, hängt immer auch von der Größe, der Übersichtlichkeit und den baulichen Gegebenheiten der jeweiligen Anlage ab. Auch der Stadt Schmallenberg fällt es zunehmend schwerer, qualifiziertes Fachpersonal – insbesondere ausgebildete Fachangestellte für Bäderbetriebe – zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund wird die technische Unterstützung durch digitale Systeme in der Zukunft sicherlich ein Thema bleiben, allerdings immer unter der Prämisse, dass sie das Personal nur ergänzen, nicht ersetzen können.

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