
Die Nordicsport-Arena Sauerland hat nach dem besten Langlaufwinter seit Jahren die bislang höchste Ausschüttung an die Loipenvereine überwiesen: 31.800 Euro flossen in die 16 Langlaufgebiete, in denen Ehrenamtliche die Loipen spuren. Das ist ein Rekord - und doch nur ein Teil dessen, was der Loipenbetrieb tatsächlich kostet. „Das deckt die Kosten noch nicht komplett, ist aber ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung", sagt der Vorsitzende Stefan Küpper bei der Mitgliederversammlung zum zehnjährigen Bestehen des Vereins.
Bis zu 500 Kilometer Loipen pro Tag - ohne Bezahlung
Hinter jeder frischen Spur stecken Menschen mit Know-how und Engagement für den Sport. Ehrenamtlich ziehen sie in der Region bis zu 500 Loipenkilometer pro Tag. Gespurt wird mit viel Erfahrung und Gespür für Schnee und Wetter - Tag für Tag, bei Wind und Kälte, oft früh am Morgen, bevor die ersten Läuferinnen und Läufer starten.
Dass sich dieser Aufwand zumindest zum Teil refinanziert, dafür sorgt die Nordicsport-Arena Sauerland seit nunmehr zehn Jahren. Verteilt wird das Geld nach einem festen Schlüssel. Er berücksichtigt unter anderem, wie viele Loipenkilometer ein Gebiet gespurt und wie viele Tickets es selbst verkauft hat. Wichtig dabei: Alle Einnahmen kommen den Loipenvereinen zugute, die in den einzelnen Gebieten tätig sind. So kann jede Langläuferin und jeder Langläufer selbst zum Erhalt des Sports in bestmöglicher Qualität beitragen.
Gemessen am Angebot war der vergangene Winter für Langläuferinnen und Langläufer der beste seit 2017/18. An einigen Tagen waren erstmals seit längerer Zeit wieder rund 400 Loipenkilometer gespurt. Schneereicher war zwar der Winter 2020/21 - doch im Corona-Lockdown konnten die Vereine dieses Potenzial nicht ausschöpfen. Als Vergleichsbasis taugt dieser Winter deshalb nicht.
Ziel: Mehr als 500 Mitglieder
Der Großteil der 31.800 Euro stammt aus Mitgliedsbeiträgen. Deshalb will der Verein künftig noch stärker für eine Mitgliedschaft werben. Aktuell zählt die Nordicsport-Arena 420 Mitglieder, darunter 16 Hotels als Kompetenzbetriebe. Im kommenden Winter soll erstmals die Marke von 500 Mitgliedern fallen. „Wenn der Winter mitspielt, ist das ein realistisches Ziel", schätzt Küpper die Lage ein. Der Beitrag liegt bei 30 Euro pro Saison und damit deutlich unter dem Preis eines alpinen Tagestickets. Angedacht ist außerdem ein digitaler Mitgliedsausweis fürs Handy - hier sucht der Verein noch nach Lösungen.
Ein konkreter Vorteil der Mitgliedschaft: Im Winter 2026/27 sind zwei Aktionstage geplant, je einer für die klassische Technik und fürs Skating. Organisiert werden sie vom KreisSportBund des Hochsauerlandkreises und dem Westdeutschen Skiverband. Das Angebot richtet sich an Anfängerinnen und Anfänger ebenso wie an Fortgeschrittene.
Ihre Wurzeln hat die Nordicsport-Arena im Arbeitskreis Nordisch der Wintersport-Arena Sauerland. Anfang der 2010er-Jahre entwickelte er gemeinsam mit der Sporthochschule Köln ein Konzept für die nordischen Skigebiete: Die Loipen wurden neu vermessen, digital kartiert und nach DSV-Kriterien beschildert. Geblieben sind die besten und schneesichersten in 16 Langlaufgebieten. Schon damals war die Refinanzierung eine der wichtigsten Aufgaben. Die zunächst eingeführten Jahrestickets mussten jedoch jedes Jahr neu gekauft werden - die Lösung war ein eigener Dachverein.
So könnt ihr die Loipenarbeit unterstützen:
So könnt ihr die Loipenarbeit unterstützen
Freiwilliges Loipenticket: 5 Euro pro Tag, erhältlich online, in vielen Verleihen und an Loipeneinstiegen
Mitgliedschaft in der Nordicsport-Arena Sauerland: 30 Euro pro Saison, inklusive kostenloser Teilnahme an den Aktionstagen
Aktionstage 2026/27: 10 Euro pro Person, für Mitglieder gegen Vorlage des Mitgliedsausweises kostenlos; Termine werden je nach Schneelage kurzfristig bekannt gegeben. Interessierte können sich vorab in eine Liste aufnehmen lassen bei Franziska Steinweg, f.steinweg@hochsauerlandsport.de. Eigene Ausrüstung ist erforderlich, Leihmaterial gibt es bei Skiverleihern in Winterberg und Umgebung.
Loipenvereine sollen unabhängiger vom Naturschnee werden
Loipenvereine sollen unabhängiger vom Naturschnee werden
Eine weitere große Aufgabe reicht über den Winter hinaus: Die Loipenvereine sollen unabhängiger vom Naturschnee werden. Küpper erinnerte an eine eigene Versammlung, bei der bereits Möglichkeiten für Sommerangebote vorgestellt worden waren. Die Idee: Die Vereine entwickeln ganzjährige Sport-, Bewegungs- und Gesundheitsangebote - vom Skiroller über Trailrunning bis zu Nordic Walking und Fitnesskursen - und bieten sie gegen Teilnahmegebühr nicht nur Mitgliedern, sondern auch Gästen und Einheimischen an. Die Einnahmen fließen in die Vereinskassen und helfen so, auch den Loipenbetrieb im Winter zu finanzieren. Nutzen lassen sich dafür die vorhandene Infrastruktur, das sportliche Know-how der Vereine und die DSV Nordic Aktiv Zentren.
Damit die Angebote ihr Publikum finden, sollen Loipenvereine, Kurorte und Tourist-Informationen zusammenarbeiten, die Wintersport-Arena koordiniert und bündelt. „So könnten sich die Vereine für die Zukunft aufstellen, neue Einnahmen entstehen und das Ehrenamt entlastet werden", betont Küpper und bot an, in Workshops gemeinsam mit den Vereinen konkrete Angebote zu erarbeiten. Als nächster Schritt wird abgefragt, welche Vereine daran Interesse haben.
Vorstand bestätigt, ein neues Gesicht
Bei den Vorstandswahlen wurden Stefan Küpper (Ski-Klub Wunderthausen) als Vorsitzender, Heinrich Berghoff (Skilanglaufzentrum Westfeld-Ohlenbach) als sein Stellvertreter und Peter Franz (Ski-Klub Oberhundem) als Beisitzer in ihren Ämtern bestätigt. Neuer Beisitzer ist Gerhard Silberg vom Verkehrsverein Winterberg. Er folgt auf Torben Firley, ebenfalls Verkehrsverein Winterberg. Laut Satzung gehört außerdem der Winterberger Bürgermeister Michael Beckmann als Vorsitzender der Wintersport-Arena Sauerland dem Vorstand an.
