
Am Wochenende hat die Arnsberger Feuerwehr bei der Firma Schulte Hartchrom in Oeventrop für den Ernstfall geprobt. Es ging um mehrere parallele Schadensereignisse, darunter ein Unfall auf dem
Firmendach, ein Entstehungsbrand sowie ein Gefahrstoffaustritt im hinteren Werksbereich.
Zu Beginn der Übung wurden routinemäßige Wartungs- und Lagerarbeiten simuliert, für die die Brandmeldeanlage außer Betrieb genommen worden war. Während Arbeiten an der Lüftungsanlage kam es zu einem angenommenen Unfall, bei dem eine Person bewusstlos auf dem Dach liegen blieb. Gleichzeitig entwickelte sich ein Entstehungsbrand. Ein Mitarbeiter setzte sofort den Notruf ab und wurde aufgrund der belastenden Situation später durch ein Team der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) betreut, so die Feuerwehr in ihrer Bilanz.
Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte – dem Löschzug Oeventrop, Löschgruppe Rumbeck, der Drehleiter der Wache 2 sowie dem B-Dienst – wurden umgehend Maßnahmen zur Menschenrettung und Brandbekämpfung eingeleitet. Die verletzte Person wurde über die Drehleiter gerettet und medizinisch versorgt. Der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht und abschließend mit einer Wärmebildkamera überprüft werden.
Simulierter Unfall
Während diese Maßnahmen noch liefen, ereignete sich im hinteren Bereich des Firmengeländes ein weiterer simulierter Unfall. Beim Abladen eines LKW stürzte ein IBC-Behälter mit 96-prozentiger Schwefelsäure vom Gabelstapler und wurde beschädigt. Rund 600 Liter der ätzenden Flüssigkeit liefen aus und reagierten sichtbar rauchend auf dem Boden. Eine Person befand sich im Gefahrenbereich und kam mit der Säure in Kontakt. Ein weiterer Mitarbeiter alarmierte die Einsatzkräfte, geriet jedoch unter Schock und lief zurück zum Unfallort, um seinem Kollegen zu helfen.
Die Einsatzleitung veranlasste daraufhin eine umfangreiche Nachalarmierung, darunter der Löschzug Arnsberg, die ABC-Einheit der Stadt Arnsberg, Dekon-Komponenten, sowie den Fernmeldedient. Mehrere Trupps unter Chemikalienschutzanzügen führten die Menschenrettung durch und brachten die Betroffenen zum Dekontaminationsplatz. Insgesamt wurden drei verletzte Personen gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Zusätzlich wurden Drohneneinheiten zur Lageerkundung, ein RTW zum Eigenschutz sowie das Havarieteam der Firma Lobbe fiktiv angefordert. Für die rund 80 Einsatzkräfte wurde zudem eine fiktiv alarmierte Verpflegungskomponente eingerichtet. Die beteiligten Kräfte arbeiteten eng und professionell zusammen, um die verschiedenen Szenarien zu bewältigen, so die Bilanz.
Löschzugführer Timo Spiegel sagte im Anschluss wie wichtig solche Übungen für die Sicherheit der Bevölkerung seien.