
An Sauerländer Schulen hat es im vergangenen Jahr rund 140 Straftaten gegeben. Das hat die Polizei bestätigt. Körperverletzungen (57), Beleidigungen (18), Raub (1) und Sachbeschädigungen (61) sind Gründe, warum die Polizei geholt wurde. Die Hinweise auf Straftaten an Schulen werden der Polizei von Eltern, Lehrern, Schülern oder anderen Zeugen gemeldet. Es sei aber davon auszugehen, wie bei allen anderen Deliktsfeldern auch, dass es eine größere Dunkelziffer gibt.
Die Kreispolizeibehörde hat eine Meldeschwelle für relevante Sachverhalte entwickelt, heißt es. Ganz pauschal veröffentlichen wir so auch gefährliche Körperverletzungen, so ein Polizeisprecher. Wenn keine Hinderungsgründe entgegenstehen (z.B. Opferschutz, fehlende Plausibilität, zu viele Mutmaßungen) nehmen wir keine Rücksicht darauf, wo der Sachverhalt stattfand.
Gewalt an Schulen ist ein Thema, das die Polizei im Hochsauerlandkreis sehr ernst nimmt. Ziel ist es, gemeinsam mit Schulen, Eltern und weiteren Partnern ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche ohne Angst lernen können.
Früherkennung und Prävention
Ein zentraler Baustein der Arbeit sei die Prävention. Bezirks- und Schulbeamte stehen in regelmäßigem Austausch mit Schulleitungen, Lehrkräften und ggfls. Schulsozialarbeitern. Durch diese enge Vernetzung können Auffälligkeiten, Konflikte oder potenzielle Gefahrensituationen frühzeitig erkannt und angesprochen werden, heißt es.
Es gibt Präventionsveranstaltungen z.B. zu den Themen Konfliktlösung, Mobbing, Cybermobbing und Strafmündigkeit. Ziel sei es, Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren und ihnen klare Orientierung zu geben.
Reaktion auf Vorfälle
Kommt es an einer Schule zu Gewalt, reagieren wir konsequent und verhältnismäßig, so die Polizei. Dazu gehören:
- Schnelles Erscheinen vor Ort, um die Lage zu klären und weitere Eskalationen zu verhindern.
- Gespräche mit Beteiligten und Zeugen, um die Hintergründe des Vorfalls zu verstehen.
- Bei strafrechtlich relevanten Handlungen erfolgt eine Anzeigenaufnahme und – je nach Situation – die Einleitung weiterer Maßnahmen.
Die Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Beratungsstellen und Schulen ist dabei ein wichtiger Bestandteil.
Schutzkonzepte und Zusammenarbeit
Die Polizei unterstützt Schulen bei Bedarf bei der Entwicklung und Umsetzung von Gewaltschutz- und Interventionskonzepten. Dazu zählen feste Kommunikationswege im Krisenfall, klare Zuständigkeiten sowie gemeinsame Übungen oder Besprechungen. Wichtig sei ein partnerschaftlicher Ansatz: Gewalt an Schulen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die Polizei ist dabei ein zentraler, aber nicht der einzige Akteur.
Nachbereitung und Betreuung
Nach schwereren Vorfällen werden Schulen und Betroffene begleitet. Bei Bedarf werden spezialisierte Stellen wie Opferschutzbeauftragte oder Beratungsangebote eingebunden. Ziel sei es, Folgen zu minimieren, Sicherheit wiederherzustellen und Wiederholungen vorzubeugen.