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Gefahrenabwehr im Kilianstollen Marsberg
© Feuerwehr Marsberg
Katastrophenschutzübung in Marsberg
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Gefahrenabwehr im Kilianstollen Marsberg

Besuch im Kilianstollen: Marsberg braucht einen Vertrag zur Gefahrenabwehr


Veröffentlicht: Mittwoch, 27.05.2026 10:25

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Das Besucherbergwerk Kilianstollen in Marsberg schon seit über 40 Jahren ein besonderes Ausflugsziel. Dort ist früher Kupfer abgebaut worden. Die bergbaulichen Behörden haben jetzt die Gefahrenabwehr und den Feuerschutz unter Tage geprüft. Ergebnis: Ungenügend. Es reicht nicht mehr aus, einfach nur Besucherführungen anzubieten. Es muss auch sichergestellt sein, dass im Notfall schnell und professionell geholfen werden kann.

Der Heimatbund Marsberg als Betreiber des Besucherbergwerkss kann diese Aufgabe weder personell noch technisch allein übernehmen. Ein Verein kann kein vollwertiges Rettungs- und Brandschutzsystem für ein Besucherbergwerk aufbauen. Dafür braucht es ausgebildete Einsatzkräfte, spezielle Ausrüstung und klare Abläufe. Deshalb soll diese Aufgabe künftig von der Freiwilligen Feuerwehr Marsberg übernommen werden. Damit das rechtlich, organisatorisch und praktisch sauber geregelt ist, soll eine Vereinbarung zwischen dem Heimatbund, der Stadt Marsberg und der Feuerwehr abgeschlossen werden. Der Rat Marsberg entscheidet heute über diese Vereinbarung und über die Anschaffungen, die für Notfälle nötig sind.


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Notfalleinsätze im Besucherbergwerk unter schwierigen Bedingungen

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Ein Einsatz in einem Besucherbergwerk ist etwas völlig anderes als ein normaler Rettungseinsatz auf der Straße oder in einem Wohnhaus. Unter Tage gibt es enge Wege, schlechte Sicht, besondere Belüftungssituationen und erschwerte Kommunikation. Dazu kommt: Menschen müssen im Notfall möglicherweise über längere Strecken gerettet werden. Damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht, haben u.a. Heimatbund, die Stadt Marsberg, die Feuerwehr und die Katastrophenschutzbehörde. Das Ergebnis ist ein konkreter Plan, wie Einsätze im Kilianstollen ablaufen sollen. Dieses Konzept gilt aber erst dann offiziell, wenn die Vereinbarung von allen Beteiligten unterschrieben ist.

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Vorbereitungen auf drei Notfall-Szenarien im Bergwerk

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1. Medizinischer Notfall

Zum Beispiel, wenn eine Besucherin oder ein Besucher unter Tage zusammenbricht, Kreislaufprobleme bekommt oder sich verletzt. In einem Bergwerk ist es deutlich schwieriger, eine verletzte Person schnell und schonend nach draußen zu bringen. Deshalb braucht es dafür besondere Rettungstechnik.

2. Technische Hilfeleistung

Hier geht es um Situationen, in denen Menschen aus einer schwierigen Lage befreit oder gesichert werden müssen. Auch unter Tage kann es zu technischen Problemen oder Unfällen kommen, bei denen spezielles Gerät und eine gute Vorbereitung entscheidend sind.

3. Brandereignis

Ein Brand im Bergwerk ist eine besonders gefährliche Lage. Rauch, Hitze und schlechte Sicht können unter Tage schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb ist gerade hier eine gut ausgestattete Feuerwehr unverzichtbar.

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Anschaffungen für den Notfall

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Damit die Feuerwehr Marsberg die Aufgaben der Gefahrenabwehr zuverlässig übernehmen kann, müssen einige Geräte angeschafft werden. Für die Stadt ergeben sich insgesamt 12.300 Euro an Kosten, die im Haushalt 2027 eingeplant werden sollen.

Vier Heulruf-Telefone - ca. 4.500 Euro

Ein wichtiger Punkt ist die Kommunikation unter Tage. In einem Bergwerk funktioniert normale Kommunikation nicht immer zuverlässig. Deshalb sollen vier sogenannte Heulruf-Telefone inklusive Trickerzangen angeschafft werden.

Mit diesen Geräten kann man sich an jeder beliebigen Stelle im Stollen in eine vom Heimatbund verlegte zweiadrige Grubentelefonleitung einklinken und mit den Kräften über Tage kommunizieren.

Umbau von sechs Atemschutzgeräten - ca. 2.800 Euro

Außerdem sollen sechs vorhandene Atemschutzgeräte umgebaut werden. Aus bisherigen Einflaschengeräten sollen Zweiflaschengeräte werden.

Warum ist das nötig? Ganz einfach: Unter Tage dauern Einsätze oft länger als an der Oberfläche. Durch den Umbau kann die Einsatzzeit auf etwa 60 Minuten erhöht werden. Gerade bei einem Brand oder bei Einsätzen in verrauchten Bereichen ist das ein entscheidender Sicherheitsfaktor.

Rettungsausstattung für medizinische Notfälle - ca. 5.000 Euro

Für medizinische Notfälle braucht die Feuerwehr außerdem eine besondere technische Rettungsausstattung. Denkbar ist zum Beispiel eine Schleifkorbtrage mit Rollen oder ein ähnliches System. Solche Geräte sind wichtig, um verletzte oder erkrankte Personen auch durch enge oder unwegsame Stollenbereiche sicher transportieren zu können.

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