
Gebrauchtwagen-Deal per Mail? - Wenn das mal kein Betrug ist
Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 08:09
Vorschussbetrug mit Autos
Wien/Berlin (dpa/tmn) - «Kurzfristig verfügbar» oder «Abverkauf gestartet»: Wenn namhafte Anbieter wie etwa Mietwagenunternehmen per Mail scheinbar günstige Gebrauchtwagen anbieten, ist höchste Vorsicht geboten. Denn egal wie authentisch oder professionell die E-Mails mit Katalogen und vermeintlichen Kaufverträgen im Anhang wirken mögen: Bei diesen Mails handelt es sich um Fälschungen, hinter denen Betrüger stecken, warnt das Verbraucherportal «Watchlist Internet».
Das Ziel der Kriminellen: Ihre Opfer, die sich kurz vor Abschluss eines richtig guten Geschäfts wähnen, zu fahrlässigen Vorabüberweisungen zu bewegen. Doch sobald das Geld vorab überwiesen worden ist, bricht der Kontakt ab - ihr Traumauto bekommen die so Geprellten nie zu Gesicht. Bislang stünden zwar Firmen im Fokus der Betrüger, so die Verbraucherschützer, diese könnten aber jederzeit auf Privatpersonen als Hauptziel umschwenken.
Warnsignale erkennen - anhand dieser 5 Punkte
Gefälschte Mails von Vorschussbetrügern, mögen sie auch noch so seriös daherkommen, erkennt man oft an diesen Punkten:
- Druck und Eile werden aufgebaut: «nur kurzfristig», «sofort lieferbar», «Abverkauf gestartet» – damit die Mail-Empfänger schnell und unüberlegt handeln.
- In der Mail findet sich keine telefonische Kontaktmöglichkeit; auch auf E-Mail-Nachfrage hin wird keine Nummer für ein Gespräch übermittelt.
- Eine Besichtigung ist selbst auf Nachfrage hin nicht möglich, was bei Gebrauchtwagen-Verkäufen völlig unüblich ist.
- Vorkasse als Kaufbedingung sowie eine Übergabe erst nach vollständiger Zahlung ist ebenfalls völlig unüblich.
- Das zur Überweisung angegeben Konto läuft auf eine Privatperson - ebenfalls mehr als verdächtig.
Vorausschauend handeln: keine Vorkasse und kurze Recherche
So schützen Sie sich:
- Niemals «blind» vorab überweisen – und schon gar keine hohen Beträge.
- Identität des Anbieters prüfen: Die vermeintlich verkaufende Firma selbst über die offizielle Website oder die Zentrale kontaktieren - keinesfalls per Mail-Antwort oder über Kontaktangaben aus der Mail.
- Womöglich finden sich auf der Homepage des jeweiligen Unternehmens auch schon Warnhinweise.
Was tun, wenn es schon zu spät ist?
Wer in die Falle getappt ist und schon überwiesen hat, sollte Folgendes tun:
- Sofort die Bank kontaktieren und den Vorgang schildern; manchmal lässt sich eine Überweisung noch stoppen.
- Anzeige bei der Polizei erstatten.
- Wachsam bleiben: Betrüger nutzen vorhandene Kontaktdaten später oft noch für weitere Maschen.