Gastronomie schlägt Alarm

Jeder dritte Betrieb im HSK könnte auf der Strecke bleiben.

Gedeckter Tisch mit dem Schild "Reserviert" drauf. Aufgenommen im Landhotel Hoffmann in Rumbeck.
© Radio Sauerland

Die Hoteliers und Gastronomen im Sauerland fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. „Bei den Lockerungen der Corona-Maßnahmen sind wir nur eine Randerscheinung“, so Dietmar Wosberg vom Hotel-und Gaststättenverband im HSK, „es fehlt eine klare Perspektive. Es fehlt ein Licht am Ende des Tunnels. Ich bin tief enttäuscht“. Jetzt müsse ein finanzieller Rettungsschirm her, und zwar sofort.

 

Über den Küchen kreist der Pleitegeier

Gerade den vielen kleinen Familienbetrieben, die typisch seien für die sauerländer Gastronomie, gehe jetzt die Luft aus, rund 30% würden wohl nach der Coronakrise nicht mehr da sein, so Wosberg weiter. Rund 7000 Menschen arbeiten im Sauerland in der Gastronomie. Schon die Monate vor Corona sind für die Hotels, Restaurants und Kneipen schlecht gelaufen: die Wintersaison ist praktisch ausgefallen, auch das Frühjahrs- und Karnevalgeschäft ist zusammengebrochen. Mitte März hat dann Corona mit der Schließung aller Betriebe zugeschlagen. Da viele Betriebe vorher investiert haben, sind kaum Rücklagen da – es droht die Insolvenz. „Mit Krediten ist den allermeisten nicht geholfen,“ so Wosberg weiter, „ jetzt hilft nur eine finanzielle Soforthilfe vom Staat. Die bisherige Hilfe hat nur geholfen, den April zu überstehen“.

 

Gewerkschaft fordert mehr Geld für Mitarbeiter

Kellner, Köche und Servicepersonal sind, sofern sie nicht auf 450-Euro Basis arbeiten, in Kurzarbeit. Wegen des niedrigen Lohnniveaus seien da viele zusätzlich auf Stütze vom Amt angewiesen, sagt Isabell Mura von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG. Einem gelernten Koch ohne Kinder blieben da im Monat in Kurzarbeit grad mal 900 Euro. Die Gewerkschaft fordert deshalb eine Aufstockung des Kurzarbeitergelds auf 80% des letzten Gehalts, wer Kinder hat auf 87%. Corona dürfe nicht zur Katastrophe für diejenigen werden, die ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen müssten, so Mura abschließend.

 

 

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