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Freizeitaktivitäten von Sauerländer Jugend im Blick
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Freizeitaktivitäten von Sauerländer Jugend im Blick

Die meisten Kinder und Jugendlichen sind mit den Angeboten vor Ort zufrieden.

Veröffentlicht: Montag, 09.03.2026 23:44

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Wie verbringen die Kinder und Jugendlichen im Hochsauerlandkreis ihre Freizeit? Das ist die zentrale Frage einer Studie, die das Kreisjugendamt im vergangenen Jahr durchgeführt hat – zum zweiten Mal nach 2019. Befragt wurden gut 2.700 Kinder und Jugendlicher der Klassenstufen 4, 7, 10 und 12 im gesamten Kreisgebiet. Bei den Ergebnissen zeigt sich insgesamt eine ausgeprägte Zufriedenheit mit den Freizeitmöglichkeiten.

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Tendenz leicht verschlechtert

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Allerdings zeigt sich zum einen, dass die Zahl derjenigen, die das Freizeitangebot vor Ort voll und ganz zufriedenstellend finden, abnimmt. Stattdessen bewerten mehr Kinder und Jugendliche es überwiegend positiv. Unterschiede zwischen jungen Menschen, die in einer Kernstadt leben und denen, die auf dem Dorf leben, sind dabei in der generellen Zufriedenheit nur gering. Auf dem Dorf wird das vorhandene Angebot besser bewertet (z.B. durch Plätze in der Natur oder eine starke Gemeinschaftsbindung), dafür sind in der Stadt die Mobilitätsmöglichkeiten und so die Erreichbarkeit von gewünschten Aktivitäten höher.

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Jüngere sind zufriedener

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Außerdem zeigt sich, dass Jüngere tendenziell zufriedener mit den Angeboten vor Ort sind als Ältere. Die Region bietet in den Augen der Viert- und Siebtklässler ausgesprochen gute Bedingungen. Jugendliche und junge Erwachsene vermissen weiterhin Mobilität und freie Räume, aber auch diverse Angebote vornehmlich kommerzieller Art.

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Familie wird wichtiger

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Eine wichtige Rolle spielt für junge Menschen nach wie vor das Zusammensein mit Menschen in der Freizeit. Dabei auffällig: vermehrt wird Zeit in der eigenen Familie und dafür weniger mit Gleichaltrigen verbracht. Außerdem werden die Bezugsgruppen kleiner und die Bedeutung des „besten Freundes“ bzw. der „besten Freundin“ wird größer als ein möglichst großer Freundeskreis.

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Rolle der Medien

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Die Bedeutung von Medien – bereits 2019 hoch – wird noch etwas größer und platziert sich in gleicher Häufigkeit neben dem Zusammensein mit Freunden und Freundinnen als zweite dominante Freizeitbeschäftigung. Schon Grundschüler verbringen deutlich mehr Zeit alleine mit Medien wie Handy oder Tablet als noch bei der letzte Befragung.

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Keine Angst vor negativen Folgen

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Bei der Nutzung von Medien sind zwei Bereiche besonders ausgeprägt: Die Aufrechterhaltung der Verbindung mit Freunden und Freundinnen und die Selbstunterhaltung durch Social-Media-Inhalte. Die Nutzung des Handys als Informationsmedium steigt mit dem Alter. Aktives Posten von Inhalten und die aktive Suche nach neuen Kontakten werden nur von einer Minderheit vorgenommen. Auffällig ist ein sehr hohes Maß an Selbstgewissheit in der Nutzung digitaler Medien, wobei vor allem Jungen davon ausgehen, dass sie die Kontrolle habe und ihnen in Nutzung und Wahrnehmung kaum etwas passieren kann. Damit ist die Notwendigkeit, in allen Aktivitäten mit Kindern -und Jugendlichen das kritische Denken im Umgang mit digitalen Medien zu thematisieren, deutlich unterstrichen. Die Sensibilität für die Gefahren und Anforderungen der digitalen Zeit steigt mit dem Alter dabei deutlich an.

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Viele tun nichts

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Die Kinder und Jugendlichen zeigen außerdem eine Tendenz zu Rückzug, passivem Nichtstun und Alleinsein. In der Freizeit häufig „nichts zu tun“ ist im Trend besonders stark angestiegen – gleichermaßen über alle Altersstufen, in beiden Geschlechtern und mit oder ohne migrantischen Hintergrund. Das gilt auch für den Wunsch, in der Freizeit „vor allem seine Ruhe zu haben“. Diese Veränderung wird flankiert von weniger Vereinsbindung und ehrenamtlichem Engagement sowie zeitintensiverer Mediennutzung. Im subjektiven Erleben lösen diese veränderten Verhalten keine positiven Effekte aus: Es steigen das Erleben von Langeweile und Einsamkeit.

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Erfolg nach erster Erhebung

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Ein für die Jugendarbeit positives Ergebnis stellt die wachsende Bekanntheit der Angebote von Kinder- und Jugendzentren dar. Diese waren bei der ersten Befragung 2019 vielen Kindern und Jugendlichen noch unbekannt, mehrere Einrichtungen konnten diese Zahlen verbessern. Die Macher der Studie führen das u.a. auf eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit der Zentren zurück. Diese schlägt sich auch in gestiegenen Besucherzahlen nieder, wenn auch nach wie vor nur ein vergleichsweise geringer Teil der Kinder und Jugendlichen angibt, die Zentren regelmäßig zu besuchen, wobei es keine klare Tendenz gibt, was die Hauptgründe dafür sind.

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Vereinsarbeit weiter wichtig - bestimmte Angebote fehlen

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Für viele Kinder und Jugendliche bleibt die Zugehörigkeit zu einem Verein wichtig, wenn es auch hier ein Minus im Vergleich zur Befragung von 2019 gibt. Außerdem zeigt sich: Jüngere sind öfter in einem Verein als Ältere und Jungen häufiger als Mädchen. Unterrepräsentiert in Vereinen sind zudem junge Menschen mit Migrationshintergrund sowie Schüler von Förder- oder Hauptschulen.

Außerdem erreichen Vereine Kinder und Jugendliche kaum, wenn sie keine Berührungspunkte mit ihnen haben. Wer nicht in einem Verein ist, kennt das bestehende Angebot nicht. Grade spezielle Angebote für Mädchen könnten dabei helfen, neue Mitglieder für Vereine zu gewinnen.

Die Umfrage dient als Grundlage des Kinder- und Jugendförderplans 2026-2031 des HSK. Am Dienstag werden die Ergebnisse im Jugendhilfeausschuss des Kreises vorgestellt.

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