
Die Frauenberatungsstelle des Vereins "Frauen helfen Frauen" Arnsberg sieht ihre Arbeit in Gefahr .Die Finanzierung der Einrichtungen sei zunehmend unsicher, staatliche Mittel gingen zurück, während der Eigenanteil steige. Mit der Kampagne „Schutz und Hilfe kosten!“ ruft der Verein daher zu Spenden und Mitgliedschaften auf. Jeder Beitrag helfe, Schutzplätze im Frauenhaus zu sichern und Beratungsangebote und Präventionsarbeit zu ermöglichen. Das Frauenhaus in Arnsberg ist das einzige im Hochsauerlandkreis. Es nimmt Frauen in Notfallsituationen auf und bietet ihnen Schutz. Neben dem Frauenhaus ist der Verein "Frauen helfen Frauen" auch Träger der Frauenberatungsstelle und der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt. Der Verein bietet ein umfassendes Unterstützungsangebot für Mädchen ab 14 Jahren.
Schon jetzt muss die Beratungsstelle Frauen abweisen
Ziel der Arbeit des Vereins "Frauen helfen Frauen" ist es, Betroffene in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten, über ihre Rechte zu informieren und sie dabei zu stärken, ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu führen. Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr verdeutlichen die Bedeutung der Arbeit: 548 Mädchen und Frauen wurden in über 2.100 Beratungsgesprächen unterstützt. 38 durchgeführte Präventionsangebote erreichten mehr als 600 Personen. Gleichzeitig fanden 36 Frauen und 32 Kinder Schutz im Frauenhaus – während 114 Frauen aus Kapazitäts- und finanziellen Gründen abgewiesen werden mussten. „Diese Zahlen zeigen, wie dringend unsere Hilfe gebraucht wird – und wie groß die Lücken im Hilfesystem sind“, so der Verein. Mit der Kampagne „Schutz und Hilfe kosten!“ ruft der Verein daher zu Spenden und Mitgliedschaften auf. Jeder Beitrag helfe, Schutzplätze im Frauenhaus zu sichern, Beratungsangebote Präventionsarbeit zu ermöglichen. aufrechtzuerhalten und kostenfreie Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann dies durch eine Spende oder eine Mitgliedschaft tun. „Jeder Euro hilft – und jedes Engagement macht einen Unterschied für Frauen und Mädchen in Not“, betonen die Mitarbeiterinnen. Spendenkonto:
Frauen helfen Frauen Arnsberg e.V.
Volksbank Sauerland eG
IBAN: DE23 4606 2817 1818 8881 00 BIC: GENODEM1NEH
"Gewalt gegen Frauen im digitalen Raum ist eine reale Bedrohung"
Die Frauenberatungsstelle Arnsberg hat jetzt auch ihr neues Jahresprogramm vorgestellt. Darin finden sich vielfältige Gruppenangebote, die Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen unterstützen. Themen sind unter anderem Trennung und Neubeginn, der Umgang mit Angst, das Lösen aus belastenden Beziehungen, die Stärkung des Selbstwertgefühls sowie Depressionen oder Essstörungen. Die Gruppen bieten Raum für persönliche Entwicklung, gegenseitige Unterstützung und neue Perspektiven. Anmeldungen dazu werden gerne per Telefon oder Mail entgegengenommen.
Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt:
Neben Traumafachberatungen bietet die Mitarbeiterinnen dort Präventionsprojekte - unter anderem gegen sexuellen Kindesmissbrauch - für Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie Fortbildungen für Fachkräfte an. Gleichzeitig weisen die Mitarbeiterinnen auf ein Thema hin, das zunehmend an Bedeutung gewinnt: digitale Gewalt. Beleidigungen, Bedrohungen, das unerlaubte Verbreiten von Bildern oder gezielte Online-Belästigung sind für viele Frauen und Mädchen längst Teil ihres Alltags geworden. Aktuelle öffentliche Debatten – etwa rund um Collien Ulmen-Fernandes oder den Fall Gisèle Pélicot – zeigen, wie präsent und vielschichtig Gewalt gegen Frauen auch heute noch ist und wie sehr sie sich durch digitale Räume verstärkt. „Digitale Gewalt ist keine Randerscheinung, sondern eine reale Bedrohung mit gravierenden Folgen“, betonen die Mitarbeiterinnen. Die Grenzen zwischen analoger und digitaler Gewalt verschwimmen zunehmend – umso wichtiger sind Aufklärung, Prävention und niedrigschwellige Hilfsangebote.