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FH Meschede stellt neues Verfahren vor
© FH Meschede
FH Meschede Prof. Kolbe
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FH Meschede stellt neues Verfahren vor

An der FH in Meschede wurde ein Verfahren zur Herstellung kundenindividueller Produkte in Leichtbauweise entwickelt. Zunächst soll ein voll automatisiert gefertigtes Fahrrad hergestellt werden, heißt es von der FH. 

Veröffentlicht: Dienstag, 26.10.2021 22:00

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An der FH in Meschede wurde ein Verfahren zur Herstellung kundenindividueller Produkte in Leichtbauweise entwickelt. Zunächst soll ein voll automatisiert gefertigtes Fahrrad hergestellt werden, heißt es von der FH. Denkbar seien aber auch Anwendungen wie beispielsweise Medizinprodukte.  

Egal ob E-Bike oder Beinprothese: Die Produkte sollen in einer Kombination aus Umformtechnik und 3D-Druck hergestellt werden, heißt es. Für das Demonstrationsobjekt Fahrrad bedeute dies, der Rahmen werde aus gebogenen Rohren und bionisch optimierten, 3D-gedruckten Verbindungsknoten hergestellt. Und zwar gleichsam maßgeschneidert, das heiße individuell auf Größe und Gewicht des Fahrers abgestimmt. „Die Produkte die wir herstellen wollen, sollen grundsätzlich leicht, groß und belastbar sein“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Jörg Kolbe, „deshalb haben wir uns für das Testobjekt Fahrrad entschieden.“

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Vorteile gegenüber anderen Verfahren

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Gegenüber anderen Produktionsmethoden biete das neu zu entwickelnde Verfahren einige Vorteile. So könnten Fahrräder oder Prothesen aus Aluminiumprofilen und Kunststoff kostengünstiger gefertigt werden als aus Kohlefaser. Für Medizinprodukte ergäben sich sinnvolle Anwendungen in Entwicklungs- oder Schwellenländern. Im Vergleich zu vollständig aus Kunststoff gedruckten Bauteilen schneide die Multimaterial-Struktur aus Kunststoff und Metall vor allem in puncto Fertigungszeit, Belastbarkeit und Recyclingfähigkeit besser ab. „Und das Tolle ist, dass wir vollständig auf Schweißen verzichten und so besser hochfeste Aluminiumprofile einsetzen können“, so Prof. Kolbe.

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Nur produzieren, was gebraucht wird

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Motiviert sei das Forschungsvorhaben durch den Trend zu höherer Individualität bei Consumer- und Medizinprodukten. „Was Sinn macht“, meint Kolbe, „man muss nicht mehr produzieren, als wirklich gebraucht wird.“

Zwei Jahre soll das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW geförderte Projekt laufen. Im interdisziplinären Team arbeiten Umformtechniker Prof. Dr. Matthias Hermes, Leichtbauspezialist Prof. Dr. Jörg Kolbe und Automatisierungsexperte Prof. Dr. Gerrit Pohlmann zusammen. Ihr Ziel ist es, die Grundlagen für weitere Forschungen zu schaffen - und für eine vollkommen digitalisierte Lernfabrik, die am Standort Meschede der Fachhochschule Südwestfalen entstehen soll. 

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