
Zu einem außergewöhnlichen Einsatz sind Dienstagabend knapp dreißig Feuerwehrleute aus Meerhof, Oesdorf und Marsberg ausgerückt. Es galt neun Schweine zu retten, die in eine Güllegrube auf einem Bauernhof in Meerhof geraten waren, berichtet ein Sprecher der Feuerwehr Marsberg. Die schwierige Rettung war nach knapp vier Stunden erfolgreich: Alle neun Tiere konnten lebend geborgen werden.
Die Rettung:
Gegen 20 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Landwirt aus Meerhof alarmiert. Neun seiner Schweine waren in einen Güllekeller gefallen. Der Spaltenboden ihrer Parzelle war zusammengebrochen, daher waren die Tiere in den unteren Teil des Stalls gefallen: Der gesamte Stallbereich ist mit solchen Spaltenbodenplatten ausgelegt. Kot und Urin fallen direkt durch die Schlitze in den darunter liegenden Güllekanal oder Güllekeller.
Die Rettung der Tiere gestaltete sich in der über 80m langen Kellerfläche sehr schwierig: Verschiedene Vorgehensweisen wurden mit dem betroffenen Landwirt besprochen. Schließlich begaben sich Einsatzkräfte unter Chemikalien-Schutzanzügen in den dunklen und niedrigen Keller, um die Tiere an leichter zugängliche Stellen zu treiben und sie dort dann aus dem Keller zu holen. Diese Maßnahme hatte schließlich Erfolg, alle Tiere konnten aus dem Keller gerettet werden.
Insgesamt acht Einsatzkräfte der Feuerwehr gingen unter Chemikalien-Schutzanzügen (CSA) inkl. Atemschutz in den Güllekeller vor; anschließend durchliefen sie die Einsatzstellenhygiene, die Anzüge wurden gereinigt. Hier konnten Übungsanzüge verwendet werden, da die besondere Situation vor Ort dies erlaubte: Auch die Einsatzkräfte, die im Stall bei der Rettung der Tiere eingesetzt waren, konnten vor Ort die Einsatzkleidung wechseln und die bereit gestellte Einsatzstellenhygiene durchlaufen. Auch die betroffene Landwirtsfamilie unterstützte tatkräftig.
Nach etwa vier Stunden beendete Feuerwehr unter der Leitung von Cyrill Stute ihren Einsatz; die gebrauchte Ausrüstung wird zur Reinigung nach Meschede gebracht.