Anzeige
Fehlfahrten im Rettungsdienst kosten den HSK Millionen
© EKH-Pictures - stock.adobe.com
Teilen:

Fehlfahrten im Rettungsdienst kosten den HSK Millionen

Weil die Krankenkassen Fehlfahrten im Rettungsdienst nicht mehr übernehmen, befürchtet der Hochsauerlandkreis auf den Kosten sitzenzubleiben

Veröffentlicht:

Anzeige

Müssen Menschen im Hochsauerlandkreis künftig selbst zahlen, wenn sie den Rettungsdienst rufen, aber nicht ins Krankenhaus gebracht werden? Entschieden ist dazu noch nichts. Nach einer neuen Auswertung des Kreises enden 14,5 Prozent der Rettungswagen-Einsätze und rund 9 Prozent der Notarzt-Einsätze nach einem Kontakt mit Patientinnen oder Patienten ohne Transport. Diese sogenannten Fehlfahrten stehen im Mittelpunkt eines Streits mit den Krankenkassen über die Kosten.

Hochsauerlandkreis rechnet mit Millionenlücke

Seit April zahlen die gesetzlichen Krankenkassen dem Rettungsdienst im Hochsauerlandkreis nur noch von ihnen festgelegte Beträge. Sie liegen unter den Gebühren, die der Kreis zur Deckung seiner Kosten berechnet hat. Für April bis Dezember 2026 hatte die Kreiserwaltung deshalb zunächst eine Lücke von rund vier Millionen Euro geschätzt.

Die neuen Einsatzdaten könnten die Prognose auf rund 2,62 Millionen Euro senken. Würden die Krankenkassen zusätzlich eine vom Land vorgeschlagene Übergangslösung mittragen, könnte das Defizit nach Berechnung des Kreises bei rund 1,8 Millionen Euro liegen. Beides ist noch offen: Die Kassen müssen die neuen Zahlen erst anerkennen, und auch die Abrechnung der Übergangslösung ist noch nicht geklärt.

Die 14,5 Prozent beim Rettungswagen und 9 Prozent beim Notarzt beziehen sich ausschließlich auf Einsätze mit Patientenkontakt, aber ohne Transport. Wie viele Einsätze das in absoluten Zahlen sind, nennt die Vorlage, die heute im Kreisgesundheitsausschuss vorgestell wird, nicht. Auch ein Einsatz ohne anschließende Fahrt ins Krankenhaus ist nicht automatisch ein unnötiger Notruf.

Anzeige

Entscheidung frühestens im Dezember

Anzeige

Der Hochsauerlandkreis muss klären, wie er die verbleibenden Kosten deckt: durch Gebührenbescheide an Patientinnen und Patienten oder über den Kreishaushalt. Im zweiten Fall könnten die Kosten auf die elf kreisangehörigen Kommunen ohne Arnsberg verteilt werden. Eine Entscheidung darüber gibt es noch nicht. Die Verwaltung hält einen Beschluss des Kreistags im Dezember für ausreichend.

Vorher will sie am 12. Oktober mit den Krankenkassen über die neuen Zahlen und die Gebühren für 2027 sprechen. Offen ist auch, ob die Übergangslösung geplante Bauprojekte des Rettungsdienstes berühren würde. Der Hochsauerlandkreis plant derzeit sieben neue Rettungswachen und einen Notarztstandort.

Anzeige
Anzeige
Anzeige