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Fehlalarme gehören zum Feuerwehralltag
© Feuerwehr Sundern
Unfall bei Sundern
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Fehlalarme gehören zum Feuerwehralltag

Jeder Alarm wird ernst genommen, da es sich jederzeit um einen tatsächlichen Brand handeln kann, so die Feuerwehren.

Veröffentlicht: Sonntag, 08.03.2026 23:00

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Die Feuerwehren im Sauerland müssen immer wieder Ausrücken, weil Brandmeldeanlagen auslösen, in den meisten Fällen stellt sich heraus, dass es nicht brennt. Dann sind oft angebranntes Essen, technische Defekte, Staub oder Wasserdampf die Ursachen dafür, dass ein Brandmelder auslöst. Ärgerlich sind die Alarme durch Fehlverhalten zum Beispiel bei Bauarbeiten. Hier gebe es klare Anweisungen, wie in solchen Bereichen vorzugehen ist., so die Feuerwehr Olsberg. Diese werden nur leider offenbar oft nicht beachtet. Dies sind dann ärgerliche Einsätze für die Feuerwehr, denn jeder freiwillige Feuerwehrmann fehlt dann tagsüber an seinem Arbeitsplatz oder kann private Dinge nicht erledigen. Die Feuerwehren nehmen jede Alarmierung durch eine Brandmeldeanlage ernst. Der Großbrand in der Saunaanlage des Aqua Olsberg war zum Beispiel auch zunächst „nur“ ein BMA – Alarm.

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Arnsberg

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Allein in Arnsberg sagt die Abteilung des vorbeugenden Brandschutzes, die unter anderem für die Brandmeldeanlagen im Stadtgebiet zuständig ist, 2025 wurden 143 Einsätze durch Brandmeldeanlagen ausgelöst. Davon waren 125 Fehlalarme. Das entspricht einem Anteil von knapp 87 Prozent.

Die häufigsten Ursachen für Fehlauslösungen sind technische Störungen oder Defekte, so die Arnsberger Feuerwehr. In einigen Fällen lasse sich kein konkreter Auslösegrund feststellen. Zudem komme es vor, dass Anlagen durch Bauarbeiten ausgelöst werden, beispielsweise durch Baustaub.

Bei einem Brandmeldeanlagen-Fehlalarm im Stadtgebiet wird gemäß der Satzung der Stadt Arnsberg eine Gebühr in Höhe von 668,05 Euro erhoben. Die muss der Betreiber der Anlage zahlen.

Wie viele Einsatzkräfte alarmiert werden, hängt von der Art des Objekts ab. In der Alarm- und Ausrückeordnung wird zwischen den Stichworten F1 BMA, F2 BMA und F3 BMA unterschieden. Je höher die Zahl, desto mehr Kräfte werden alarmiert und rausgeschickt. Krankenhäuser werden beispielsweise unter F3 BMA alarmiert, kleinere Betriebe mit einem eher geringen Gefährdungspotenzial unter F1 BMA.

Der Ablauf am Einsatzort ist grundsätzlich gleich, heißt es. Am Feuerwehr-Anzeigetableau wird zunächst festgestellt, welcher Melder ausgelöst hat und um welche Art von Melder es sich handelt (z. B. Rauchmelder oder Handdruckmelder). Ein Trupp geht anschließend mit Kleinlöschgerät und unter Atemschutz anhand einer Laufkarte in das Gebäude vor, um den betroffenen Bereich zu kontrollieren.

Jeder Alarm wird ernst genommen, da es sich jederzeit um ein tatsächliches Schadensfeuer handeln kann, so die Feuerwehr. Auch bei einer Häufung von Fehlalarmen würde jeder Einsatz professionell und mit der notwendigen Sorgfalt angegangen.

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Brilon

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Die Feuerwehr Brilon hatte 2025 insgesamt 289 Einsätze. Bei 35 dieser Einsätze war eine automatische Brandmeldeanlage (BMA) die Ursache. In 9 der 35 Fälle hatte die Anlage tatsächlich Rauch oder Feuer eines Entstehungsbrandes erkannt. Durch frühes Eingreifen der Feuerwehr konnte  ein größerer Schaden verhindert werden. Bei den übrigen 26 Einsätzen ließ sich die Ursache der Auslösung häufig nicht eindeutig feststellen, heißt es. Oft liegt ein technischer Defekt des Melders oder der Anlage vor, manchmal ist auch angebranntes Essen Auslöser des Alarms.

Die Mannschaftsstärke, die zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage ausrückt, hängt auch in Brilon von der Einstufung des Objekts ab. Die Einsatzstichwörter reichen von F1 BMA – etwa für kleinere Industrie- oder Gewerbebetriebe – bis hin zu F3 BMA für besondere Objekte wie Krankenhäuser oder Altenheime. Entsprechend variiert die Stärke der eingesetzten Kräfte von einer Gruppe (9 Einsatzkräfte) bis zu einem Zug (22 Einsatzkräfte).

Die Stadt Brilon erhebt seit 2017 eine Pauschale für Einsätze dieser Art. Für kleine Einsatzstichwörter beträgt sie 446,00 €, bei F3 BMA sind es 988,00 €.

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Marsberg

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Die Marsberger Feuerwehr hat nach eigenen Angaben keine genaue Statistik für 2025. Sie sagt, es werde oft und gerne von Fehlalarmen gesprochen, was aber nicht ganz richtig ist. Man müsse zwischen Fehlalarmen und vermeidbaren Alarmen unterscheiden. Ein klassischer Fehlalarm werde meist durch einen technischen Defekt verursacht. Rund 10% der Alarme bei Brandmeldeanlagen in Marsberg falle in diesen Bereich. 

Der deutlich größere Teil sind "bestimmungsgemäße Auslösungen", heißt es. Das bedeute die Anlage habe etwas erkannt und gemeldet. Die Gründe für so eine Auslösung seien vielfältig. Es kann ein Brandereignis sein, mit Feuer und Rauch. Aber auch ein angebrannter Toast in einem Toaster, Wasserdampf aus einem Wasserkocher oder aus einer Dusche sind Beispiele warum eine Brandmeldeanlage auslösen kann. Hierbei hat die Anlage Rauch bzw. Dampf detektiert und richtig ausgelöst obwohl kein Brand vorliegt. Dementsprechend sei es kein "Fehlalarm" da die Anlage alles richtig gemacht habe. Wasserdampf oder Staubentwicklung durch Bauarbeiten sind Alarme, die hätten vermieden werden können, so die Marsberger Feuerwehr. Oft seien solche Alarme auf menschliche Fehler zurückzuführen.


Im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes, werden durch die Kommunen in regelmäßigen Abständen Brandverhütungsschauen durchgeführt und im Brandschutzbedarfsplan werden solche Objekte genauer definiert bzw. angesehen. Die Wehrleitung lege anhand solcher und weiterer Parameter in der Alarm- und Ausrückeordnung fest, wer wann mit wieviel Einsatzkräften zu einer Brandmeldeanlage fährt. Bei Alarm durch eine Brandmeldeanlage gehe man zuerst immer von einem realen Brandereignis aus.

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Olsberg

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Die Feuerwehr der Stadt Olsberg ist im Jahr 2025 zu insgesamt 180 Einsätzen alarmiert worden. Bei 31 Alarmierungen davon (17 %) war die automatische Brandfrüherkennung, also eine Brandmeldeanalge (BMA) der Grund. Einsatzorte waren Industriebetriebe, Wohneinrichtungen oder ein Krankenhaus. Auch zu ausgelösten Heimrauchmeldern wir die Feuerwehr immer mal gerufen. Aufmerksame Bürger melden dann einen „piependen“ Rauchmelder in einem Wohnhaus. Zum Glück handelt es sich bei den meisten Auslösungen der BMA um Fehleinsätze. Häufig verursacht durch angebranntes Essen, Rauchentstehung bei Schweißarbeiten, aufgewirbelten Staub bei Reinigungsarbeiten oder durch Wasserdampf. Nicht selten konnte aber schon größerer Schaden durch den frühzeitigen Alarm verhindert werden. Aus angebranntem Essen kann nach kurzer Zeit auch ein ausgedehnter Küchenbrand entstehen. Somit sind die Auslösungen der Anlagen oft auch korrekt und berechtigt. Ärgerlich sind die Alarme durch Fehlverhalten zum Beispiel bei Bauarbeiten. Hier gibt es klare Anweisungen, wie in solchen Bereichen vorzugehen ist. Diese werden nur leider offenbar oft nicht beachtet. Dies sind dann ärgerliche Einsätze für die Feuerwehr, denn jeder freiwillige Feuerwehrmann fehlt dann tagsüber an seinem Arbeitsplatz oder kann private Dinge nicht erledigen. Aber trotz Allem wird jeder BMA - Alarm von der Feuerwehr bis zur Bestätigung vor Ort, dass es sich um einen Fehlalarm handelt, als reeller Einsatz behandelt. Der Großbrand in der Sauna des Aqua Olsberg war zum Beispiel auch zunächst „nur“ ein BMA – Alarm.

Mit wieviel Personal und Ausrüstung die Feuerwehr ausrückt, hängt vom Objekt und der Tageszeit ab. Bei einem Krankenhaus oder einer Einrichtung mit Menschen mit Behinderungen muss natürlich mit deutlich mehr Personal angerückt werden, als bei einem anderen Objekt. Zu einer Schule rückt zur Schulzeit mehr Personal an, als zur schulfreien Zeit. Hier gibt es Alarm- und Ausrückeordnungen, die dies regeln und die im Leitstellensystem eingepflegt sind.

  

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Schmallenberg

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In Schmallenberg gab es 2025 insgesamt 33 BMA-Einsätze, so die Feuerwehr. Bei ca. 20% dieser Einsätze lag eine bestimmungsgemäße Auslösung der Anlage vor. Das bedeutet, dass die Anlage aufgrund einer echten Gefahr oder einer brandähnlichen Erscheinung (Täuschungsalarm) korrekt reagiert hat. In den übrigen Fällen löste die Anlage bspw. aufgrund eines technischen Defekts aus oder durch Arbeiten mit Staubentwicklung. Nimmt man die Ursachen für Fehlalarme aber mal genauer unter die Lupe, sind diese Art der Einsätze meistens leicht vermeidbar (Betreiberverantwortung), so die Feuerwehr.

Wie überall bestimmt die Alarm- und Ausrückeordnung wie viele Einsatzkräfte und Fahrzeuge ausrücken. 

  • Bei einem Einsatzstichwort „F2 BMA“ wird mindestens immer eine Löschgruppe (9 Personen) zzgl. einer Führungsfunktion und zzgl. der Drehleiter (3 Mann Besatzung) alarmiert.
  • Bei einem Einsatzstichwort „F3 BMA“ werden mindestens immer zwei Löschgruppen zu je 9 Personen alarmiert,  zzgl. zwei Führungsfunktionen, zzgl. Drehleiter (3 Mann Besatzung) zzgl. B-Dienst alarmiert.

 

Ist ein Einsatz kostenpflichtig, wird dieser seitens der Verwaltung entsprechend der geltenden Gebührensatzung an den Verursacher weiterbelastet. Die Satzung über die Erhebung von Kostenersatz und Entgelten bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Schmallenberg ist auf der Homepage der Stadt Schmallenberg einzusehen.

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Sundern

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2025 wurden wir insgesamt 37 mal zu ausgelösten Brandmeldeanlagen alarmiert worden, so die Feuerwehr Sundern. Bei 399 Gesamteinsätzen im Jahr 2025 liegen wir damit bei rund 9% unserer Einsätze. Die Auslösungen erfolgten in 27 Industriebbetrieben (F2BMA) und 10 (F3BMA in Hotelbetrieben und Einrichtungen (Klinik, Seniorenheim etc.). Jeweils 1 mal lag brannte es tatsächlich, sowohl in einem Industriebetrieb als auch in einer Einrichtung.

Da es sich bei der Auslösung einer BMA bis zur tatsächlichen Feststellung eines Fehlalarms um einen qualifizierten Brandeisatz handelt, werde immer mit entsprechendem Personal und in Löschzugstärke ausgerückt. Die Alarmauslösungen in den Einrichtungen (F 3 BMA) sind zudem hilfspflichtrelevant, d.h. dass erste Löschfahrzeug muss 8 Minuten nach der Alarmierung mit 9 Funktionen/Einsatzkräften vor Ort sein, so die Feuerwehr.

Da sich die Einsätze aufgrund von Brandmeldeanlagen noch im vertretbaren Rahmen bewegten, gebe es keine Beschwerden der Einsatzkräfte. Die meisten Einsätze dieser Art betreffen die Einheiten Sundern, Hachen, Langscheid und Stemel.

Auch die Auslösung von Brandmeldeanlagen ohne Brandereignis ist in der Satzung über die Erhebung von Kostenersatz und Entgelten für Leistungen der Feuerwehr in der Stadt Sundern geregelt. Die Abrechnung erfolgt über das Ordnungsamt der Stadt Sundern.

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