
Am RLG-Betriebshof in Brilon rollen derzeit nicht nur Busse, sondern auch Bagger. Es sind die ersten sichtbaren Anzeichen für einen grundlegenden Umbau des Standorts. Von hier aus wird ein großer Teil des öffentlichen Nahverkehrs im HSK organisiert und tagtäglich auf die Straße gebracht. Um auch in Zukunft für einen leistungsfähigen Nahverkehr zu sorgen, investiert die RLG weiterhin verstärkt in die Elektromobilität. „Damit verfolgen wir zwei Ziele“, erklärt Dr. Klaus Drathen, Aufsichtsratsvorsitzender der RLG. „Einerseits lösen wir uns mit der E-Mobilität nach und nach aus den Abhängigkeiten der immer weiter steigenden Kraftstoffpreise für Dieselfahrzeuge. Andererseits leisten wir mit unseren E-Bussen einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasimmissionen.“ Insgesamt 27 E-Busse, ein Viertel der Gesamtflotte, sind schon heute bei der RLG im Einsatz. Perspektivisch steigt die Anzahl der E-Busse weiter, heißt es.
Investitionen in Brilon nötig
Mit den alternativen Antrieben wachsen gleichzeitig auch die Anforderungen an die dafür notwendige Infrastruktur an den einzelnen Betriebshöfen. Neben einer ausreichenden Ladeinfrastruktur für die zeitgleiche Ladung mehrerer Busse müssen insbesondere die Werkstätten für den Technologiewechsel ausgestattet werden. Für den RLG-Standort Brilon heißt das konkret: Erneuerung der Unterstellhallen mit Ladetechnologie für die Fahrzeuge, Umbau der Werkstatt und Ausstattung mit Hochvoltarbeitsplätzen für Reparatur und Wartung sowie die Renovierung der Verwaltung. „Das ist eine große Herausforderung für die Kollegen vor Ort“, so RLG-Geschäftsführer Julian Hericks, „denn alle Baumaßnahmen erfolgen im laufenden Betrieb. Unsere Fahrgäste sollen von den Arbeiten am Betriebshof gar nichts mitbekommen.“
Der Fahrplan für die erneuerte Sauerländer Busflotte
Der Zeitplan für die schrittweisen Umbaumaßnahmen ist sportlich. Spätestens 2029 soll alles fertig sein. Insgesamt plant die RLG am Standort Brilon mit einem Investitionsvolumen von 11,6 Millionen Euro für den Um- und Neubau des Betriebshofes und 7,5 Millionen für die Ladeinfrastruktur. Bei letzterem rechnet die RLG derzeit mit einer Refinanzierung durch Fördermittel in Höhe von bis zu 50 %. „Das ist gut investiertes Geld“, betont Dr. Klaus Drathen. Der RLG-Aussichtsratsvorsitzende fährt fort: „Es geht darum, die RLG zukunftsfähig zu machen und mit unserem kommunalen Verkehrsunternehmen einen konkreten Beitrag zur Verkehrswende in unserer Region zu leisten.“ Dem Gesamtprojekt hat der Kreistag im Januar 2026 zugestimmt. Inzwischen liegen alle notwendigen Genehmigungen vor, die Planungsphase ist abgeschlossen und der Umbau beginnt.