
Der evangelische Kirchenkreis Soest-Arnsberg rechnet mit einem dramatischen Einbruch bei der Zahl der Gemeindemitglieder. 2023 waren zwischen Lippe und Ruhr, Hochsauerland und Soester Börde noch über 93.000 Menschen Mitglied in der evangelischen Kirche. Bis 2032, so die Hochrechnung, werden es nur noch knapp 70.000 sein. Etwas über drei Prozent kehren aktuell jährlich dem Kirchenkreis den Rücken und treten aus der Kirchen-Gemeinschaft aus. Damit liegt Soest-Arnsberg im landesweiten Trend und in der Statistik der Landeskirche im Mittelfeld. Die Kirchenkreis Soest-Arnsberg reagiert auf diese Entwicklung und hat jetzt bei der Sommersynode in Wickede ein angepasstes Personalkonzept verabschiedet.
Stellenstreichungen
Aktuell gibt es noch 29 Pfarrstellen, was schon eine deutliche Verringerung zu den Hochzeiten ist, als in den damals noch getrennten Kirchenkreisen über neunzig Männer und Frauen bei der evangelischen Kirche beschäftigt waren. Damals standen auch deutlich über 100.000 Gemeindeglieder in den Büchern, die zuverlässig ihre Kirchensteuern entrichtet haben, heißt es vom Kirchenkreis.
„Der Verlust an Gemeindegliedern“, so der Superintendent, „zwingt uns zu einem kräftigen Nachsteuern, zu Personalabbau zu Vereinigungen von Kirchengemeinden.“ Konkret bedeutet dies, dass die Pfarrstellen innerhalb der nächsten sechs Jahre noch einmal halbiert werden; auf dann vermutlich 14,5. Gleichzeitig sollen die Interprofessionellen Pfarrteams ausgebaut werden, um vor allem die Kernaufgaben von Seelsorge und Verkündigung weiterhin verlässlich wahrzunehmen. Von dieser Entwicklung werden nahezu alle Kirchengemeinden gleichermaßen betroffen sein.
In die Karten spielt den Entscheidern beim Kirchenkreis dabei, dass in den kommenden Jahren eine Vielzahl von Stellen durch Ruhestand und Vorruhestand frei werden, sodass Härtefälle wohl ausbleiben werden.
Die Kreissynode hat der angepassten Personalplanung mit großer Mehrheit zugestimmt.