
Aus EU-Fördertöpfen sind in den letzten Jahren rund 10 Millionen Euro in die Region geflossen. Mit den Geldern wurden in der Vergangenheit zahlreiche Projekte wie der Henneboulevard in Meschede oder die Umgestaltung des Sorpesee-Ufers in Sundern Langscheid umgesetzt. Auch zahlreiche kleinere Projekte können mit Hilfe aus der EU umgesetzt werden. In der Bürgerregion Sorpesee werden beispielsweise Kleinprojekte bis 20.000 € gefördert.
117 Kleinprojekte konnten in den vergangenen fünf Jahren bereits umgesetzt werden. Jetzt folgen weitere wie eine neue Gemeinschaftsküche für Sundern-Bruchhausen oder ein regionales Startup-Netzwerk für Arnsberg. Das hatte die Lokale Aktionsgruppe der Bürgerregion am Sorpesee bei ihrer Sommersitzung beschlossen. In Sundern-Bruchhausen will die Kolpingsfamilie mit der „MahlWerkstatt Bruchhausen“ eine moderne Gemeinschaftsküche als Treffpunkt für mehrere Generationen schaffen. Geplant ist ein Ort für Begegnung, Bildung und Teilhabe, der Vereinen, Initiativen und sozialen Projekten offenstehen soll. Dort könnten zum Beispiel Koch- und Backangebote für verschiedene Altersgruppen, Single-Kochabende oder integrative Kochkurse stattfinden. Ziel ist es, Menschen im Dorf und in der Region zusammenzubringen.
Die Zukunft von LEADER ist ungewiss
„Das erfolgreichste EU-Programm muss weitergehen,“ sagt der heimische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese bei einem Gespräch über die Zukunft des Programms. Sie ist aktuell ungewiss. Zwar hat die Europäische Kommission – auch auf Drängen der Vertreter der Region – im vergangenen Jahr in ihren Vorschlag aufgenommen, dass LEADER fortgeführt werden soll. „Leider haben wir aber keine Gewissheit darüber, wie die Kofinanzierung künftig aussehen wird, und vor allem nicht darüber, in welcher Höhe die Mittel zur Verfügung stehen werden“, sagte der heimische Abgeordnete.
Das Europäische Parlament ist für LEADER
Die Vertreter der Mitgliedstaaten im Ministerrat haben kürzlich beschlossen, die eigenständige Politik für den ländlichen Raum quasi komplett zu beenden. Künftig soll es im Belieben der Mitgliedstaaten liegen, ob sie EU-Mittel eher im ländlichen Raum oder in den Städten einsetzen. „Aber wir als Europäisches Parlament rebellieren dagegen. Wir brauchen Planungssicherheit für die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteure, die sich in unseren Dörfern engagieren“, betonte Liese.
LEADER stärke das bürgerschaftliche Engagement und mache demokratische Strukturen greifbar. Es würde Teilhabe, Austausch und gesellschaftlicher Zusammenhalt gefördert.
3 LEADER Regionen im HSK
Im Hochsauerlandkreis gibt es drei LEADER-Regionen: Hochsauerland (Brilon, Hallenberg, Marsberg, Medebach, Olsberg, Winterberg), LEADER sein! Bürgerregion am Sorpesee (Arnsberg, Sundern, Balve, Neuenrade) und 4 mitten im Sauerland (Bestwig, Eslohe, Meschede, Schmallenberg).
In der aktuellen LEADER-Förderperiode 2023 bis 2027 fließt einiges an Förderung in die Region:
Die LEADER-Region Hochsauerland erhält ein Budget von 2,7 Millionen Euro, die LEADER-Region 4 mitten im Sauerland ein Budget von 2,3 Millionen Euro und die LEADER-Region Bürgerregion am Sorpesee ein Budget von 3,1 Millionen Euro.
Hintergrund
LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums. Ziel ist es, die Lebensqualität in ländlichen Regionen zu stärken und innovative Projekte vor Ort zu unterstützen.
Das Besondere an LEADER ist der Bottom-up-Ansatz: Über die Förderung entscheiden Lokale Aktionsgruppen (LAG), in denen Kommunen, Vereine, Unternehmen und engagierte Bürger gemeinsam über die Entwicklung ihrer Region beraten. Gefördert werden unter anderem Projekte in den Bereichen Tourismus, Kultur, Nahversorgung, Digitalisierung, Klimaschutz und Ehrenamt.