Anzeige
Erzbistum Paderborn äußert sich zur Missbrauchsstudie
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz
Teilen:

Erzbistum Paderborn äußert sich zur Missbrauchsstudie

Erzbischof Udo Markus Bentz bittet die Missbrauchsopfer um Verzeihung und betont, die Betroffenen hätten ein Recht auf Wahrheit.

Veröffentlicht: Freitag, 13.03.2026 12:40

Anzeige

Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie im Erzbistum Paderborn haben sich Erzbischof Udo Markus Bentz und der Sprecher der Betroffenenvertretung, Reinold Harnisch, heute geäußert. Der Erzbischof bat im Rahmen der Pressekonferenz auch alle Opfer um Verzeihung für Versagen, Verschweigen und Wegsehen in der Vergangenheit.  

Die Studie hatte die Vertuschungsstrategien der Kirche im Erzbistum ans Tageslicht gebracht und gezeigt, dass deutlich mehr Kinder und Jugendliche missbraucht wurden als zuvor bekannt war. Auch die Zahl der Täter liegt höher, so die unabhängige Studie der Uni Paderborn. 210 beschuldigte Priester sollen von 1941 bis 2002 rund 490 Kinder und Jugendliche missbraucht haben.

Anzeige

Betroffene sollen sich melden

Anzeige

Die Kirche und der Betroffenenvertreter rufen weitere Opfer dazu auf, sich zu melden. Denn es ist allen Seiten klar, dass es eine große Dunkelziffer gibt. Viele Missbrauchsopfer möchten oder können bis heute nicht über das Leid, das sie erfahren haben, sprechen. 132 Personen haben bislang Anträge auf Anerkennung des Leids beim Erzbistum gestellt. Das ist seit 2021 möglich.

Viele Fälle liegen weit zurück und stammen aus einer Zeit in denen es gerade auch in den Dörfern im HSK feste Strukturen gab, bei denen Priester, Lehrer und Großbauern als unantastbare Autoritäten galten. Wer etwas gegen sie sagte, musste mit Ächtung und Ausgrenzung rechnen oder erlebte, das selbst Familienmitglieder das Geschehene ignorierten oder als unwahr einordneten. Das ist der Kirche heute bewusst.

Anzeige

Paderborner Weg

Anzeige

Die katholische Kirche will mit Erzbischof Bentz einen Weg gehen, bei dem alle Hinweise aufgenommen und sorgfältig geprüft werden, hieß es heute. Dabei sollen Sensibilität und Wachsamkeit eine große Rolle spielen. Dieser sogenannte Paderborner Weg wird auch von der Betroffenenvertretung mitgetragen.

Außerdem setzt das Erzbistum auf größtmögliche Transparenz in der Kommunikation, so der Erzbischof. Der belastete Teil der Vergangenheit gehöre zur Wahrheit des Erzbistums, so Bentz. Betroffene hätten ein Recht auf Wahrheit. 

Anzeige

Veranstaltung in Schmallenberg

Anzeige

Eine von drei Regionalveranstaltungen, die in Auseinandersetzung mit der unabhängigen Studie zum Missbrauch im Erzbistum Paderborn läuft, ist am Montag in Schmallenberg. Die Bistumsleitung, der Interventionsbeauftragte Thomas Wendland sowie Mitglieder der Betroffenenvertretung wollen sich mit Interessierten über die Studienergebnisse austauschen.

  • Montag, 16. März 2026, 19 Uhr, Schmallenberg (Stadthalle, Großer Saal)
Anzeige
Anzeige
Anzeige