
Im Hochsauerlandkreis sind im Jahr 2025 insgesamt 760 Menschen an einer bösartigen Krebserkrankung gestorben. Wie moderne Medizin heute Heilungschancen verbessern und Betroffenen im Alltag helfen kann, zeigt der 1. Sauerländer Krebstag am Samstag, 7. November 2026, im Kaiserhaus in Arnsberg. Das Alexianer Klinikum Hochsauerland lädt zu einem abwechslungsreichen Informationstag rund um das Thema Krebs ein. Von 11 bis etwa 17 Uhr warten auf die Besucherinnen und Besucher verständliche Expertenvorträge, persönliche Gesprächsmöglichkeiten und zahlreiche Angebote zum Anschauen, Ausprobieren und Mitmachen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Das Ziel der Veranstaltung: medizinisches Wissen verständlich vermitteln, über Vorsorge aufklären und Mut machen, Fragen zu stellen.
Von der Früherkennung bis zur Roboter-Chirurgie
Krebserkrankungen gehören zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Eine Diagnose verändert das Leben - für Betroffene genauso wie für ihre Angehörigen. Neue Therapien und innovative medizinische Techniken haben die Behandlungsmöglichkeiten bei vielen Krebsarten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Dazu zählen individuell abgestimmte Immuntherapien und robotisch assistierte Operationsverfahren, die besonders präzise und schonende Eingriffe ermöglichen.
„Mit dem Sauerländer Krebstag möchten wir medizinisches Wissen verständlich vermitteln, über Vorsorgemöglichkeiten aufklären und zeigen, welche Fortschritte die moderne Krebsmedizin gemacht hat. Vor allem möchten wir den Menschen Mut machen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und vorhandene Hilfsangebote zu nutzen“, erklärt Dr. Mohammad-Amen Wattad, Chefarzt und Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Alexianer Klinikum Hochsauerland und ärztlicher Leiter der Veranstaltung.
Vorträge beleuchten viele Aspekte
Das Vortragsprogramm umfasst nahezu alle wichtigen Aspekte der Erkrankung - von der Vorsorge und Früherkennung über neue Behandlungsmöglichkeiten bis hin zum Leben mit und nach einer Krebsdiagnose. Medizinerinnen und Mediziner des Onkologischen Zentrums Hochsauerland und der spezialisierten Fachkliniken des Klinikums erläutern aktuelle Entwicklungen anhand konkreter Krankheitsbilder. Die Besucherinnen und Besucher erfahren unter anderem, welche Bedeutung das Mammographie-Screening für die Früherkennung von Brustkrebs hat und wie Therapien zunehmend auf die individuellen Eigenschaften einer Krebserkrankung abgestimmt werden.
Wie technische Innovationen die Krebschirurgie verändern, zeigen Vorträge über die robotisch assistierte Operation von Darm- und Prostatakrebs. Dabei stellen die Expertinnen und Experten auch das neue Da-Vinci-Operationssystem vor, mit dem das Klinikum sein Spektrum besonders präziser, minimalinvasiver Eingriffe erweitert. Weitere Themen sind die Behandlung von Metastasen in Gehirn, Leber und Knochen sowie moderne Therapien bei Blut- und Lymphdrüsenkrebs. Dabei geht es auch um die Frage, wie das körpereigene Immunsystem gezielt gegen bestimmte Krebserkrankungen eingesetzt werden kann.
Auch die Herausforderungen des Alltags mit einer Krebserkrankung finden Beachtung. Vorträge informieren darüber, wie Betroffene mit anhaltender Erschöpfung - der sogenannten Fatigue - umgehen können, welche positive Wirkung Sport und Bewegung während und nach einer Krebstherapie haben und welche Unterstützung der Sozialdienst bietet.
Mehr Infos zum Programm findet ihr hier: https://www.klinikum-hochsauerland.de/unternehmen/aktuelles/termine/termin/1-sauerlaender-krebstag
Krebsmedizin zum Anfassen
Dass medizinische Information nicht trocken sein muss, zeigen die Erlebnis- und Mitmachangebote der begleitenden Ausstellung. So können Besucherinnen und Besucher an einer Simulation selbst ausprobieren, wie sich die Instrumente eines Da-Vinci-Operationsroboters steuern lassen. Mit einer Virtual-Reality-Brille geht es auf eine virtuelle Entdeckungsreise durch den menschlichen Darm. An einem speziellen Brustmodell lässt sich das Ertasten von Veränderungen üben. Die „Pinken Hennen“, eine Sport- und Selbsthilfegruppe für Frauen nach einer Brustkrebserkrankung vom Hennesee, stellen das sogenannte Pink Paddling vor. Dazu kommen Informationen und praktische Angebote rund um Ernährung, Entspannung, Bewegung, Hautpflege und Kosmetik sowie Haarersatz bei einer Krebserkrankung. Zahlreiche Selbsthilfegruppen, regionale Dienstleister und weitere Partner ergänzen das Programm.
„Eine gute Krebsversorgung braucht neben moderner Medizin vor allem eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen und verlässliche Unterstützungsangebote für die Betroffenen“, betont Sanja Popić, Regionalgeschäftsführerin des Alexianer Klinikums Hochsauerland. „Wir möchten mit diesem Tag zeigen, welche umfassenden Möglichkeiten der Diagnostik, Behandlung und Begleitung hier in unserer Region bestehen. Zugleich möchten wir Menschen ermutigen, Vorsorgeangebote wahrzunehmen und sich frühzeitig zu informieren.“
Der 1. Sauerländer Krebstag richtet sich ausdrücklich nicht nur an Menschen, die selbst von einer Krebserkrankung betroffen sind. Auch Angehörige und alle, die mehr über Krebsrisiken, Früherkennung und moderne Behandlungsmöglichkeiten erfahren möchten, sind willkommen.