
Die diesjährige Saatguternte in den Wäldern bei uns lief positiv, so der Landesbetrieb Wald und Holz. Zum zweiten Mal in Folge tragen viele heimische Eichen besonders reichlich Früchte. Eine positive Nachricht für den Wald. Denn eine gute Saatguternte stelle eine entscheidende Grundlage für die Wälder von morgen dar: Jeder einzelne Samen trage das Potenzial in sich, zu einem stattlichen Baum heranzuwachsen.
Jedes Jahr produzieren die Bäume in den Wäldern in ganz NRW große Mengen an Samen. Und auch in diesem Jahr konnte bereits tonnenweise forstliches Saatgut geerntet werden, heißt es. Das zeigt ein erstes Zwischenfazit, das der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen nun während der diesjährigen Saatguternte gezogen hat.
Stieleiche ist Spitzenreiter
Zwei sogenannte Mastjahre hintereinander, wie es die Stieleiche nun zeigt, sind eher ungewöhnlich. Mit knapp 36 Tonnen liefert sie die höchste Erntemenge des Jahres. Auch die Traubeneiche, die zwar kein zweites Mastjahr zeigt, liefert in diesem Jahr rund 5,5 Tonnen Saatgut. Zwar liegen die Mengen damit deutlich unter den Werten des Vorjahres (87 bzw. 86 Tonnen), dennoch sind das erfreuliche Ergebnisse: Eichen gelten als robuste und klimaresistente Baumarten, die im zukünftigen Mischwald eine zentrale Rolle spielen werden.
Auch weitere Baumarten zeigen solide Ernteergebnisse.
Besonders hervorzuheben sind:
• Vogelkirsche: ca. 2,7 Tonnen
• Roteiche: ca. 2,5 Tonnen
• Esskastanie: ca. 0,7 Tonnen
Diese Arten gewinnen im klimaangepassten Waldumbau zunehmend an Bedeutung und tragen wesentlich zur zukünftigen Baumartenvielfalt in NRW bei, heißt es.
Buche, Ahorn und Linde
Die heimische Rotbuche zeigte keine Fruchtbildung, die eine Ernte ermöglicht. Auch Spitzahorn, Bergahorn, Roterle und Hainbuche liefern nur geringe Mengen Saatgut, so die Bilanz. Auffällig ist die Situation bei den Linden. Obwohl im Frühjahr viele Bäume stark geblüht hatten, führten ungünstige Witterungsbedingungen dazu, dass kaum Saatgut geerntet werden konnte. Lediglich Saatgut der Winterlinde konnte mit knapp 130 kg geerntet werden.
Nadelbäume
Die Saatguternte der Nadelbaumarten fällt insgesamt durchwachsen aus. Wie schon im Vorjahr blieb die Douglasie erneut vollständig ohne Ertrag. Auch die Große Küstentanne, Fichte und Europäische Lärche liefern in diesem Jahr keinerlei verwertbares Saatgut.
Positive Ausnahmen sind:
• Weißtanne: ca. 1 Tonne
• Japanische Lärche: ca. 1,3 Tonnen
Die Aussichten für die Kiefer sind eher zurückhaltend: Zwar hängen Zapfen an einigen Bäumen, doch ein volles Mastjahr zeichnet sich nicht ab. Genaue Ergebnisse werden erst Untersuchungen (Zapfenschnitte) der Saatgutexpertinnen und -experten aus dem Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg in den kommenden Wochen zeigen.
Wildobst und Straucharten
Eine erfreuliche Entwicklung zeigt sich dagegen beim Wildobst – insbesondere bei Wildapfel und Wildbirne – sowie bei vielen heimischen Straucharten. Sie sind für die ökologische Vielfalt und die Stabilität der Wälder von zentraler Bedeutung, heißt es.