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Ergebnisse von Missbrauchsstudie im Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Zur Amtseinführung des neuen Paderborner Erzbischofs Dr. Udo Markus Bentz erwartet das Erzbistum Paderborn zahlreiche Gäste
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Ergebnisse von Missbrauchsstudie im Erzbistum Paderborn

Die Universität Paderborn ist bei ihren Untersuchungen auf deutlich mehr mutmaßliche Täter und Opfer gestoßen als zunächst angenommen.

Veröffentlicht: Donnerstag, 12.03.2026 15:24

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Am heutigen Donnerstag hat der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Bentz die bei der Universität Paderborn beauftragte, unabhängige kirchenhistorische Untersuchung zum sexuellen Missbrauch an Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen im Erzbistum Paderborn während der Amtszeiten von Kardinal Lorenz Jaeger und Kardinal Johannes Joachim Degenhardt entgegengenommen.

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2019 in Auftrag gegeben

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Die unabhängige Studie war 2019 von der damaligen Bistumsleitung des Erzbistums Paderborn in Auftrag gegeben worden. Sie wurde dem Erzbischof am heutigen Vormittag erstmals von Professorin Dr. Nicole Priesching in Anwesenheit des Präsidenten der Universität Paderborn, Professor Dr. Matthias Bauer, der Generalvikare Dr. Michael Bredeck und Thomas Dornseifer, der Weihbischöfe Josef Holtkotte und Matthias König sowie des Interventionsbeauftragten Thomas Wendland überreicht.

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Zahlen höher als zunächst gedacht

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In den Jahren 1941 bis 2002 haben laut der Studie deutlich mehr Priester Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht als bisher bekannt. Bislang galten laut 2018 veröffentlichen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz für diesen Zeitraum 111 Priester als Beschuldigte.

"Diese Zahlen sind stark zu korrigieren", so Studienleiterin Nicole Priesching.

Jetzt gebe es 210 Hinweise auf Beschuldigte, die 489 Kinder und Jugendliche missbraucht haben sollen.

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Fälle sollten vertuscht werden

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Dabei sei versucht worden, die Fälle zu vertuschen und die Täter zu schützen. Die Opfer und deren Familien wurden laut Priesching unter Druck gesetzt, die Anzeigen zurückzuziehen. Wenn die Priester geständig waren, die Fälle aber in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt waren, konnten sie ihre Arbeit in der Regel fortsetzen.

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Weitere Studie angekündigt

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Noch bis in das Jahr 2001, so die Autorin der Studie, habe etwa Kardinal Degenhardt besseren Wissens von Einzelfällen gesprochen. Er habe diese als Fehltritte und unglückliches Verhalten der Kleriker bezeichnet. Beide Kardinäle hätten große Milde gegenüber den Priestern gezeigt, dafür kein Verständnis für die Opfer, so die Autoren. 

Für das Jahr 2027 kündigte die Professorin die zweite Studie an. In dieser Arbeit geht es um die Zeit von Hans-Josef Beckers. Der noch lebende Erzbischof war von 2002 bis 2022 im Amt.

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Bistum will Ergebnisse prüfen

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Nach der Vorstellung und der Übergabe an die Bistumsleitung, will sich diese vertieft mit den nun vollständig vorliegenden Ergebnissen der Studie befassen und diese sorgfältig auswerten. Eine erste inhaltliche Stellungnahme des Erzbistums erfolgt am Freitag um 11.30 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz, gemeinsam mit der Betroffenenvertretung.

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Statement des Erzbischofs

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„Was heute bei der erstmaligen Vorstellung der Studie bereits deutlich geworden ist, zeigt erneut, wie viel Leid Menschen im Raum der Kirche erfahren haben – und wie lange dieses Leid tabuisiert und nicht ernst genug genommen worden ist. Das schuldhafte Versagen früherer Bistumsverantwortlicher lässt sich nicht relativieren. Als heutige Bistumsverantwortliche verpflichtet uns diese historische Wirklichkeit, an einer neuen Kultur der Glaubwürdigkeit auf allen Ebenen zu arbeiten. Die Untersuchung ist ein weiterer wesentlicher Meilenstein auf dem Weg der Aufarbeitung im Erzbistum Paderborn. Vor allem schulden wir es den Betroffenen, uns den Ergebnissen ohne Ausflüchte zu stellen und daraus konkrete Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft zu ziehen.“ - Erzbischof Dr. Udo Bentz.
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