
Viele Sauerländer werden wohl nicht die 1000 Euro Entlastungsprämie bekommen. Das geht aus den Einschätzungen und Umfragen von Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer hervor. Die IHK Arnsberg hat die Mitglieder ihrer Vollversammlung dazu befragt. Das sind die Vertreter von 59 Firmen. 2 Drittel haben sich dagegen ausgesprochen, ein Drittel zahlt vielleicht die Prämie an ihre Beschäftigten. Hintergrund ist die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen. Das sei auch der entscheidende Unterschied zur Coronaprämie. Damals war die wirtschaftliche Lage gut, so IHK-Präsident Andreas Knappstein. Außerdem konnten viele Unternehmen die Prämie in die Tarifverhandlungen einbinden. Dafür sei diesmal auch der Zeitraum viel zu kurz.
"Schlechter Witz"
Ähnlich sieht es auch die Handwerkskammer in Arnsberg. „Die angekündigte steuer- und sozialabgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro mag auf den ersten Blick wie eine willkommene Unterstützung für Beschäftigte wirken. Doch in Wahrheit ist sie ein schlechter Witz, wenn sie auf Kosten der Arbeitgeber gehen soll." Das sagte Jochen Renfordt, Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen in Arnsberg. "Unsere Mitarbeiter im Handwerk sind nicht naiv. Sie durchschauen dieses Manöver sehr genau", so Renfordt weiter. Die wirtschaftliche Lage sei auch für viele Handwerksbetriebe angespannt. Viele Betriebe hätten kaum Spielräume für zusätzliche finanzielle Belastungen wie eine Entlastungsprämie.
Hintergrund
Die Bundesregierung hatte beschlossen, dass Unternehmen bis zum Sommer nächsten Jahres ihren Mitarbeitern 1000 Euro Entlastungsprämie steuer- und sozialabgabenfrei zahlen können. Diese Prämie ist Teil eines Entlastungspakets der Bundesregierung, um die Folgen des Iran-Krieges, vor allem die Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel abzumildern.