Einzelhandel im Sauerland

In vielen Städten und Gemeinden bei uns stehen aktuell kaum Läden leer, das hat eine Radio Sauerland Umfrage ergeben.

© Radio Sauerland

Die Situation im Einzelhandel im Sauerland ist überwiegend positiv. In vielen Kommunen gibt es aktuell kaum bis gar keinen Leerstand. Steht doch mal ein Laden-Lokal leer, findet sich schnell ein neuer Mieter, heißt es zum Beispiel aus Neheim oder Brilon. Die Laden-Lokale in Brilon sind allerdings häufig zu klein für Filialen großer Ketten. Ein anderes Beispiel ist Eslohe: Dort haben zuletzt ein Küchenstudio und ein Tattoo-Studio eröffnet. Solche jungen Unternehmen ergänzen die alt eingesessenen Läden und werden von der Werbegemeinschaft mit Online-Werbeaktionen unterstützt, heißt es aus Eslohe.


Auch in Olsberg gibt es aktuell keinen Leerstand. Durch die Umgestaltung der Innenstadt mussten die Geschäfte über Monate zum Teil mit weniger Kundschaft klar kommen. Die Einzelhändler wollen nun versuchen, die Kunden wieder verstärkt anzulocken, heißt es. Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt am letzten Adventswochenende im neu gestalteten Zentrum. Im nächsten Jahr soll es dann ein Kurparkfest geben. Damit soll auf die vielen Neuheiten hingewiesen werden.


Neheim ist neben Düsseldorf eine der beliebtesten Einkaufsstädte in NRW

Seit 2018 baut das Modehaus Kress eine neue Filiale in der Neheimer Fußgängerzone. Neheim will so auch in Zukunft zu den Top-Einkaufstädten in NRW gehören. Der Leerstand in und um die Fußgängerzone ist nur gering: Aktuell stehen dort drei Laden-Lokale leer, Nachmieter wurden aber bereits gefunden, so Citymanager Buchheister auf Nachfrage. Auch im Stadtteil Hüsten läuft es gut. Die gute Parkplatzsituation und das Modehaus Kress sorgten zuletzt für einen Aufschwung im Kundengeschäft.


In Alt Arnsberg sieht es dagegen schon anders aus. Dort stehen auch einzelne Geschäfte leer und auch im Brückencenter gibt es noch freie Flächen. Der Gewerbeverein will gemeinsam mit dem Verkehrsverein am Konzept der verkaufsoffenen Sonntage im nächsten Jahr arbeiten - Dazu gründet sich eine Arbeitsgruppe. Für junge Unternehmer ist die Besetzung von neuen Geschäftsfeldern und Nischen besonders wichtig.

In Winterberg hilft der Tourismus

In Winterberg gibt es große Unterschiede: In der Kernstadt gibt esaktuell nur 2 Leerstände, durch die große Gästezahl und die verkaufsoffenen Sonntage geht es den Geschäften gut, heißt es. Anders sieht es dagegen in den Dörfern aus: Dort gibt es ähnliche Probleme wie in den anderen Städten und Gemeinden. Viele Ladenbesitzer in den Dörfern sind zu alt und geben ihr Geschäft deshalb auf. In den Winterberger Ortsteilen Niedersfeld, Siedlinghausen und Züschen soll deshalb ein Quartiersmanagement-Projekt realisiert werden. Dazu stehen 260.000 Euro zur Verfügung. 60 % davon werden aus Fördermitteln des Landes finanziert, die restlichen 40 % kommen von der Stadt. Der Quartiersmanager soll die Gewerbevereine vor Ort unterstützen und neue Konzepte entwickeln.

Verschiedene Aktionen in anderen Kommunen sollen den Einzelhandel stärken

In Schmallenberg gibt es zur Zeit 7 leer stehende Läden, davon 4 in der Ladenzeile. Die Läden sind meist von einem Inhaber geführt, heißt es. Es gibt keine großen Handelsketten. Ein Problem ist, dass einige Inhaber mittlerweile kurz vor dem Rentenalter stehen. Sie werden ihr Geschäft in den nächsten Jahren schließen, wenn sie bis dahin keinen Nachfolger finden. Damit die Stadt auch weiterhin attraktiv bleibt, hat sich eine Gruppe von Einzelhändlern zusammengeschlossen. Sie wollen dazu ein Konzept entwickeln. Die Pläne sollen im nächsten Jahr konkreter werden. Die Werbegemeinschaft ist aber jetzt schon zuversichtlich, dass die leeren Geschäfte bald wieder vermietet werden.


Auch in Meschede tut man viel, um den Leerstand gering zu halten, so das Stadtmarketing. Aktuell schwankt die Zahl der Leerstände zwischen 5 und 7. Manche davon sind relativ großflächig, sodass Anfragen größerer Filialisten durchaus realisiert werden können. Der Umbau der Ruhrstraße und die geplante Modernisierung des Kaiser-Otto-Platzes sollen Meschede als Einkaufsstadt weiter stärken. Gemeinsame Aktionen von Stadtmarketing, Werbegemeinschaft und anderen Akteuren sind zum Beispiel Social-Media-Kampagnen oder die Adventskalender App.


Das Problemkind im Sauerland bleibt Sundern

Die Stadt Sundern ist als einzige Stadt bei uns stärker von Leerstand betroffen. Zurzeit stehen acht Ladenlokale leer, der Leerstand ist dort schon länger ein Problem. Die Mieten sind sehr hoch und die Laufzeiten der Mietverträge sind zu lang, heißt es aus Sundern. Hinzu kommt auch hier, dass die Ladenlokale zu klein sind für große Ketten. Im Gegensatz zu anderen Kommunen ist hier aktuell nichts geplant, um die Stadt wieder attraktiver zu machen.

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