
Beim ehrenamtlichen Engagement sind die Menschen im Sauerland top. 66 Prozent engagieren sich zum Beispiel in Sportvereinen, Kirche, Kultur und Nachbarschaftshilfe. Das sind sechs Prozent mehr als bei der letzten Studie im Jahr 2024. Alle Ergebnisse einer forsa-Umfrage sind am Mittwoch im neuen EhrenamtAtlas 2026 von WestLotto erschienen. Nur in den Kreisen Olpe (68 Prozent) und Höxter (67 Prozent) ist die Quote etwas höher.
Ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer im HSK haben im Jahr 213 Stunden in ihr Ehrenamt investiert. Das sind fünf Stunden weniger als 2024. Diemeisten Ehrenamtlichen sind in den Bereichen Sport, Kultur und Politik tätig. Männer machen fast zwei Drittel der Ehrenamtlichen im HSk aus (61 Prozent zu 39 Prozent Frauen)
Der wirtschaftliche Gegenwert der ehrenamtlichen Arbeit liegt im HSK bei 427 Millionen Euro. Dafür ist der Mindestlohn von 13 Euro 90 pro Stunde zugrunde gelegt worden.
Meiste Ehrenamtliche über 60 Jahre alt
Der EhrenamtAtlas 2026 bestätigt, was auch viele Sauerländer Vereine als großes Problem sehen: Es gibt nur wenig junge Leute, die sich ehrenamtlich engagieren. In der Altersgruppe der 18 bis 29-jährigen sind es nur 11 Prozent. Bei den über 60-jährigen liegt die Ehrenamtsquote bei 41 Prozent. Mehr Infos dazu findet ihr hier in der Grafik:
Finanzielle Förderung ist für das Ehrenamt essenziell
Die Zahlen des EhrenamtAtlas zeigen: Ehrenamt muss möglich, attraktiv und sichtbar sein. Nur so können Engagierte, Vereine und gemeinnützige Organisationen ihre unersetzliche Arbeit auch in Zukunft fortsetzen – und damit einen entscheidenden Beitrag zur Stabilität unserer Gesellschaft leisten. Die aktuelle Erhebung von 2026 liefert deutliche Belege dafür, dass verlässliche Strukturen und finanzielle Förderung essenziell sind, um Ehrenamt zu ermöglichen. Ehrenamtsforscherin Prof. Dr. Andrea Walter von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen ist Autorin der ZiviZ-Studie und hat die Entstehung des EhrenamtAtlas wissenschaftlich begleitet. Laut ihrer Forschung sind finanzielle Hilfen für das Ehrenamt essenziell. Auch die befragten Sauerländer nennen finanzielle Unterstützung als einen Faktor, der sie dazu bringt bzw. davon abhält, sich zu engagieren. Konkret werden z.B. die Übernahme von Fahrkosten genannt. Auch die Möglichkeit Tätigkeiten digital auszuführen (also im Homeoffice) oder für die ehrenamtliche Tätigkeit vom Arbeitgeber freigestellt zu werden, sind den Ehrenamtlichen wichtig. Als Hemmnisse werden zudem vor allem komplizierte Antragsverfahren und Nachweispflichten bei der Beantragung von Fördergeldern genannt.
„Sogenannte Mikroförderungen können dem Ehrenamt gezielt helfen: Aus Studien wissen wir, dass eine Förderung zwischen 4.000 und 5.000 Euro von den meisten Vereinen als ideal angesehen wird.“
EhrenamtAtlas
Der EhrenamtAtlas 2026 ist die Vermessung des Ehrenamtes in Nordrhein-Westfalen. Er liefert aktuelle Daten für alle 53 Kreise und kreisfreien Städte des Landes. Grundlage ist eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von WestLotto (10.683 Befragte). Nach 2022 und 2024 erscheint der Ehrenamtatlas 2026 zum dritten Mal.
Neu: Bingo! Ehrenamtsstiftung NRW
Die Bingo! Ehrenamtsstiftung NRW ist eine gemeinnützige GmbH zur Förderung ehrenamtlichen Engagements in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde anlässlich des 80. Landesgeburtstages von der WestLotto-Gruppe gegründet, die zu 100 Prozent in Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen ist. In diesem Sinne ist die Bingo! Ehrenamtsstiftung ein Bekenntnis Nordrhein-Westfalens zu seinem Ehrenamt – und ein Geschenk des Landes an seine Bürgerinnen und Bürger.
Was fördert die Stiftung?
Die Stiftung fördert ehrenamtliche Projekte mit Bezug zum Bundesland Nordrhein-Westfalen mit Beträgen zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Förderbeginn ist September 2026. Gefördert werden neue, zeitlich begrenzte Projekte, die das Ehrenamt möglich, attraktiv und/oder sichtbar machen. Geltend gemacht werden können projektbezogene Sach- und Personalausgaben (d.h. Ausgaben, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem zu fördernden Projekt entstehen).
Wer kann einen Antrag stellen?
Gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisationen und Vereine können sich unter www.bingo-ehrenamtsstiftung.nrw registrieren und einen Förderantrag pro Jahr stellen.
Wie läuft die Förderung ab?
Alle Schritte von Antrag bis Genehmigung laufen unkompliziert in einem Online-Antragsverfahren über das Förderportal der Stiftung.
Was wird dafür benötigt?
Die Bescheinigung der Gemeinnützigkeit, die Bankverbindung der Organisation sowie Anschrift und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, eine kurze Projektbeschreibung und eine grobe Aufstellung der Projektkosten.
Warum macht sich WestLotto für das Thema Ehrenamt stark?
Basis ist das Lotto-Prinzip: 40 Prozent aller Spieleinsätze bei WestLotto fließen über den Landeshaushalt an gemeinnützige Organisationen, die mit ihren Ehrenamtlichen unersetzliche Arbeit für unsere Gemeinschaft leisten. Auf Grundlage dieses Prinzips und aus der Verantwortung als Unternehmen des Landes Nordrhein-Westfalen setzt sich WestLotto für ein starkes Lotto-Prinzip und die Stärkung des Ehrenamtes in unserem Bundesland ein.
