
Die früh einsetzende Dämmerung macht es Tätern möglich, in ungesicherte Wohnungen und Häuser einzubrechen und auf Beutezug zu gehen. Deswegen läuft heute Nachmittag im Mescheder Kreishaus eine Infoveranstaltung, Thema: Einbruchsschutz. "Oft können bereits einfache Maßnahmen dazu beitragen, Einbrüche zu verhindern", so ein Sprecher im Vorfeld der Veranstaltung. Im Jahr 2025 wurde im HSK ein Wohnungseinbruch mehr als im Vorjahr bekannt. In 47,40% der Fälle blieb es beim Versuch (2024: 40,31 %). Das zeigt, dass Einbrüche nicht zwangsläufig zum Erfolg führen und entsprechende Schutzmaßnahmen Wirkung entfalten können, so die Polizei.
Einbruchschutz ist wichtig, dabei ist es egal, ob man in einer Wohnung, einem Einfamilienhaus oder einem Mehrfamilienhaus wohnt. "Einbruchschutz ist für alle Wohnformen relevant. Diese ist jedoch nicht allein entscheidend, sondern vor allem, wie leicht ein Gebäude zugänglich ist und wie gut es gegen Einbruchsversuche gesichert ist. Schlecht gesicherte Fenster und Türen sowie offen gelassene Zugänge können das Risiko erhöhen. Umgekehrt können geeignete mechanische Sicherungen den Einstieg erschweren und dazu beitragen, dass ein Einbruch bereits im Versuchsstadium scheitert", so Polizeisprecher Maximilian Mertin.
Bei der Anzahl der Wohnungseinbrüche gibt es auch im HSK Unterschiede. Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt von Wohnungseinbrüchen weiterhin in Arnsberg. Hierbei spielen unter anderem die Nähe zu den Ballungsräumen sowie die Autobahnanbindung eine wichtige Rolle, so die Polizei.
61 Prozent der Einbrüche konnten 2025 im Hochsauerlandkreis aufgeklärt werden. Das ist ein NRWweiter Spitzenwert. Im Rest des Bundeslandes wurden knapp 11 Prozent aufgeklärt. Bei rund jeder zweiten Tat im Sauerland blieb es beim Einbruchsversuch.
Schutzmaßnahmen für euer Zuhause
Entscheidend sind ein umsichtiges Verhalten im Alltag und eine wirksame mechanische Sicherung von Fenstern und Türen, so ein Polizeisprecher. Haus- und Wohnungstüren sollten beim Verlassen immer abgeschlossen, Fenster und Terrassentüren vollständig geschlossen werden. Gekippte Fenster sind kein wirksamer Schutz. Auch bei kurzer Abwesenheit sollten Bewohnerinnen und Bewohner keine unnötigen Tatgelegenheiten schaffen.
Darüber hinaus empfiehlt die Polizei, vorhandene Fenster und Türen auf ihre Einbruchhemmung überprüfen zu lassen und gegebenenfalls nachzurüsten. Geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Bauteile erschweren das gewaltsame Eindringen erheblich. Beleuchtung und eine belebte Nachbarschaft können zusätzlich dazu beitragen, dass Täter entdeckt werden.
Deniz Özkan, Leiter der Direktion Kriminalität, erklärt: „Die dunkle Jahreszeit bietet Einbrechern zusätzliche Tatgelegenheiten, insbesondere wenn sie sich im Schutz der frühen Dämmerung unbemerkt Zugang verschaffen können. Wir wollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern verhindern, dass solche Gelegenheiten entstehen. Wer sein Zuhause konsequent sichert und verdächtige Beobachtungen meldet, kann einen wichtigen Beitrag zum Einbruchschutz leisten. Die Polizei im Hochsauerlandkreis setzt ganz klar auf eine verstärkte Präsenz und eine zielgerichtete Beratung.“
Beratungsangebote der Polizei
Die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis bietet über das Kriminalkommissariat Prävention und Opferschutz kostenlose und neutrale Beratung zum Einbruchschutz an. Sauerländer können sich darüber informieren, welche Sicherungsmaßnahmen für ihre Wohnsituation sinnvoll sind und wie sich Schwachstellen an Fenstern und Türen reduzieren lassen. Diese Beratungen können sowohl vor Ort als auch in der Beratungsstelle erfolgen. Darüber hinaus setzt die Polizei mit der bundesweiten Kampagne „K-EINBRUCH“ auf Information, Beratung und konkrete Empfehlungen, um Einbrüche zu verhindern. Anlässlich des bundesweiten Tages des Einbruchschutzes am 25. Oktober wird zudem dazu aufgerufen, die zusätzliche Stunde durch die Zeitumstellung für mehr Sicherheit im eigenen Zuhause zu nutzen.