
Die Arnsberg Dorfwerkstätten sind jetzt abgeschlossen worden. Die Einwohner von Müschede, Niedereimer und Wennigloh haben sich bei mehreren Terminen Gedanken darüber gemacht, wie sich ihre Dörfer zukunftsfähig aufstellen können. Das Leitmotiv „Dorfgemeinschaften stärken – Zusammen Leben“.
Trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen haben sich in allen drei Dörfern gemeinsame Themenfelder abgezeichnet:
Der Bedarf nach ehrenamtlicher Unterstützung und die Notwendigkeit einer besseren Informationslage über vorhandene Angebote beschäftigten die Teilnehmenden in Müschede, Niedereimer und Wennigloh gleichermaßen, so die Stadt Arnsberg. Als wesentliches Problem wurde die Überalterung des Ehrenamts benannt – während ältere Generationen die Vereinsarbeit tragen, engagieren sich Jüngere und Neuzugezogene bislang kaum. Konkrete Lösungsansätze reichen von der Modernisierung des Neubürger-Pakets über digitale Informationskanäle wie Dorf-Apps und digitale Schaukastenlösungen bis hin zu analogen Formaten für ältere Bevölkerungsgruppen.
Dorfspezifische Schwerpunkte und konkrete Projekte
In Müschede standen neben der ehrenamtlichen Unterstützung vor allem die Zukunft des Pfarrheims als wichtige Gemeinschaftsinfrastruktur und die Raumversorgung für Jugendliche im Vordergrund. Drei Leitprojekte wurden angestoßen: ein digitaler Schaukasten, die Modernisierung des Neubürger-Pakets sowie ein stadtunterstützter Prozess zur Klärung der künftigen Trägerschaft des Pfarrheims.
In Niedereimer richtete sich der Blick besonders auf die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Vereinen sowie den Aufbau einer aktiven Willkommenskultur für Neubürger:innen. Der Vereinsring mit seinem neuen Vorstand nimmt dabei eine zentrale Koordinierungsrolle ein. Darüber hinaus soll die Nachnutzung des Stephanushauses als Gemeinschaftsort vorangetrieben werden.
In Wennigloh befindet sich der ortsansässige Sportverein in der Neuaufstellung und wurde als zentraler Akteur identifiziert: Er soll künftig als Koordinator für diverse Projekte agieren und das Sportangebot im Dorf ausweiten. Besonderes Augenmerk gilt Angeboten für Kinder und Jugendliche sowie dem Wunsch nach einer Multifunktionsfläche, für die eine LEADER-Förderung angestrebt werden soll.
Dörferkonzept Arnsberg
In den Dorf-Werkstätten haben rund 100 engagierte Bürger:innen gemeinsam mit der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung und dem beauftragten Planungsbüro STADTKINDER (Dortmund) konkrete Zielvereinbarungen und Umsetzungsstrategien für die drängendsten Herausforderungen des Dorfgemeinschaftslebens und der Vereinskultur in ihren Dörfern entwickelt. Mit einer Auftaktveranstaltung am 15. Januar 2026 war der Prozess gestartet worden. Ziel ist die nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung der ländlich geprägten Ortsteile. Die drei Coaching-Prozesse laufen dabei zeitgleich und vergleichend, um erfolgreiche Methoden auch auf weitere Ortsteile übertragen zu können.
„Die aktive Beteiligung in allen drei Dörfern zeigt, wie groß das Interesse der Bürger:innen an der Zukunft ihrer Dörfer ist“, resümiert Klaus Fröhlich von der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung der Stadt Arnsberg. „Jetzt kommt es darauf an, die erarbeiteten Ideen in verbindliche Aktionspläne zu überführen und gemeinsam umzusetzen“, so Fröhlich weiter.
Das Dorf-Coaching leistet zugleich einen Beitrag zur Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen sowie zur Nachhaltigkeitsstrategie #arnsberg2030 der Stadt Arnsberg.