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Diemelradweg ist Forschungsort
© Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung Marsberg e.V.
Diemelradweg in Marsberg zeigt ein Stück Erdgeschichte
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Diemelradweg ist Forschungsort

65 Millionen Jahre Erdgeschichte sind an einer Stelle am Diemelradweg in Marsberg zu sehen. Auch Wissenschaftler interessieren sich für die Gesteinsschichten am Priesterberg

Veröffentlicht: Donnerstag, 21.05.2026 06:55

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Direkt am Diemelradweg öffnet sich ein Fenster zur Erdgeschichte. Eine freigelegte Stelle am Süd-Westhang des Priesterberges zeigt ein außergewöhnliches geologisches Profil, für das sich auch viele Geologen interessieren. Ein unscheinbarer Abschnitt am Priesterberg sei mittlerweile zu einem herausragenden geologischen Lern- und Forschungsort geworden, so das Marsberger Stadtmarketing. 65 Millionen Jahre Erdgeschichte werden dort sichtbar und unmittelbar erfahrbar gemacht. Die Gesteine erzählen von urzeitlichen Meeren, die sich im Laufe der Erdgeschichte immer wieder veränderten – mal flach, mal tief, mal warm, mal kalt. Sie berichten zugleich von längst verschwundenen Gebirgen und Kontinentalschollen, die untergingen, sich wieder anhoben und erneut erodiert wurden.

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Das Gestein ist bei der Radwegerweiterung freigelegt worden

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Bei der Radwegerweiterung 2019/2020 wurde der Oberboden abgetragen und das darunterliegende Gestein freigelegt – ein Glücksfall für die Geologie. Der Marsberger Gerd Rosenkranz, erfahrener Hobby-Geologe und Geoparkführer, hat die außergewöhnliche Vielfalt der freigelegten Schichten sofort erkannt. Gemeinsam mit seinem Freund und ebenfalls Geoparkführer Manfred Pauly untersuchte er die Gesteine: rote, graue, schwarze sowie gestreifte Lagen in sehr unterschiedlichen Formen – von steil stehend über flach bis zu stark verformt. Dabei wurde deutlich, dass es sich teilweise um eine sogenannte überkippte Lagerung handelt. 

Schnell zeigte sich, dass hier auf einer Länge von rund 3.000 Metern ein außergewöhnliches geologisches Profil sichtbar ist – eine Abfolge, die die Erdgeschichte von etwa 365 bis 300 Millionen Jahren umfasst – also rund 65 Millionen Jahre in direkter räumlicher Abfolge.

Aufschluss vielen Gruppen vorgestellt 

Gerd Rosenkranz und Manfred Pauly fassten ihre Entdeckungen in einer leicht verständlichen Publikation zusammen, die gemeinsam mit der damaligen Geoparkleiterin Kim Peis veröffentlicht wurde. In den folgenden Jahren führten sie zahlreiche Gruppen durch diesen besonderen Abschnitt – von Schulklassen über Seniorengruppen, von interessierten Laien bis zu Fachleuten und angehenden Geoparkführern. Zweimal wurde der Aufschluss im Rahmen des Nationalen Tags des Geotops während der Marsberger Wanderwoche der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Der Diplom Geologe Mathias Knaak vom Geologischen Dienst NRW sowie die Geologen Dr. Gerhard Fischer aus Bremen und Dr. Georg Bresser bestätigten den besonderen wissenschaftlichen Wert des Aufschlusses.  

Im Januar 2026 führten Hangsicherungsarbeiten zu einer weiteren Freilegung. Bei der anschließenden Untersuchung fanden Gerhard Fischer, Petra Ackermann, Manfred Pauly und Gerd Rosenkranz neue Hinweise auf die Devon-Karbon-Grenze sowie das sogenannte Hangenberg-Event – eines der großen Massenaussterbeereignisse der Erdgeschichte.

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Diemelradweg Ziel von Wissenschaftlern

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Im März 2026 kamen zu dem Team vier weitere Geologen vom Geologischen Dienst NRW (GD NRW) sowie Dr. Georg Bresser vom Geopark GrenzWelten und Dr. Thomas Pawellek aus München hinzu. Sie zeigten sich von der Qualität und der Aussagekraft des Aufschlusses beeindruckt. Umfangreiche Proben wurden zur Altersbestimmung nach Krefeld zum GD NRW gebracht. Besonders bemerkenswert war, dass unter den Fachgeologen auch Mitglieder der Deutschen Stratigraphischen Kommission waren, die nach Referenzprofilen für genau diesen geologischen Zeitraum suchten. Der Aufschluss wurde daraufhin spontan in das Exkursionsprogramm des nächsten Kommissionstreffens aufgenommen. 

Im April 2026 haben rund 40 Geologen der Universitäten Bremen, Münster, Bochum, Berlin, München und Dresden sowie Vertreter des GD NRW, des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) und des Senckenberg Instituts Frankfurt den Aufschluss in Marsberg besucht. Nach einer ausführlichen Begehung, der Darstellung der Entdeckungsgeschichte und einer geologischen Einordnung waren sich die Fachleute einig: Dieser Abschnitt ist ein außergewöhnlich wertvolles Fenster in die Erdgeschichte.


Quelle: Stadtmarketing und Wirtschaftsfoerderung Marsberg e.V.

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