
Die Kita-Landschaft im Hochsauerlandkreis steht vor einem strukturellen Wandel. Die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter sinkt. Das liegt am demografischen Wandel: Immer weniger junge Frauen rücken nach. Im Hochsauerlandkreis gingen die Geburtenzahlen zuletzt um 2,8 Prozent zurück – wie im ganzen Land. Prognosen zeigen: Auch in Zukunft werden weniger Kinder geboren. Das betrifft auch die Kitas. Sie müssen sich auf weniger Kinder einstellen. Das Kreisjugendamt will deshalb Investitionen in Kitas genau prüfen. Werden Plätze nicht gebraucht, drohen Rückforderungen von Fördergeldern. Auch kleinere Gruppen in Kitas sind problematisch – sie passen nicht zu den Vorgaben und bringen finanzielle Nachteile. Die Verwaltung will deshalb mit den Kommunen sprechen. Ziel: Gemeinsam überlegen, wie man auf die sinkenden Kinderzahlen reagiert und die Kita-Planung anpasst. Förderanträge werden künftig strenger geprüft. Ablehnungen sind möglich, wenn der Bedarf fehlt.
Die aktuellen Prognosen für die Kitas im Hochsauerlandkreis werden heute im Jugendhilfeausschusses des Hochsauerlandkreises vorgestellt. Das Jugendamt des HSK ist für die Städte und Gemeinden Bestwig, Brilon, Eslohe, Hallenberg, Marsberg, Medebach, Meschede, Olsberg und Winterberg zuständig. Dort besuchen rund 5000 Kinder eine Kindertageseinrichtung.
Die Städte Arnsberg, Sundern und Schmallenberg haben eigene Jugendämter.
Kita-Plätze im Bereich des Kreisjugendamtes
In Bestwig, Eslohe, Hallenberg, Medebach und Winterberg hat sich die Bedarfslage im Vergleich zur letzten Planung deutlich entspannt. Sofern in diesen Sozialräumen fehlende Plätze vorliegen, können diese in der Regel durch Überbelegungen oder Änderungen der Gruppenformen kompensiert werden.
In Olsberg ab dem 01.08.2028 als Ersatz für die Kita „Rutsche“ zwei Gruppen erforderlich sind (vorher drei Gruppen).
Im gesamten Stadtgebiet von Meschede stellt sich die Gesamtsituation als insgesamt "auskömmlich" dar, so das Kreisjugendamt. Es gibt allerdings weiterhin einen Fehlbedarf, der sich auf die westlichen Ortsteile Freienohl, Olpe Brumlingsen, Wennemen, Stockhausen und Bockum konzentriert. In dem angrenzenden Sozialraum mit den Kitas in Berge und Wallen gibt es jedoch Ausweichmöglichkeiten.
Durch die Inbetriebnahme der Kita Wassermühle am 01.08.2023 ist der Bedarf im Stadtgebiet Brilon gedeckt. Vielmehr zeigt die aktuelle Bedarfsplanung sogar, dass freie Kapazitäten in der Kernstadt Brilon und nahezu allen Ortsteilen vorhanden sind. Für den Neubau der Kita Wassermühle hat der Hochsauerlandkreis eine Mietbeitrittserklärung für die Dauer von 20 Jahren abgegeben. Die Kita Wassermühle hat eine Betriebserlaubnis (Kindergartenjahr 2024/2025) für 105 Kinder in 6 Gruppen. Insgesamt besuchen aktuell bei Betrachtung der aktuellen Monatsdaten ca. 90 Kinder den Kindergarten, was aktuell 5 Gruppen entspricht. Ohne Ermessensprüfung kann der Mietzuschuss nach KiBiz nur gezahlt werden, wenn jede Gruppe mit mindestens 75 % der Kinder belegt ist. Aufgrund des Mietbeitritts kann es daher zu zusätzlichen Kosten für den Hochsauerlandkreis kommen. In diesem Zusammenhang sei auch die Schließung z.B. eingruppiger Kitas zu prüfen, so die Verwaltung.
Auch in Marsberg zeigt sich eine vergleichbare Situation. Die zuletzt eröffnete DRK-Kita weist laut Kita-Planer derzeit eine Belegung von 53 Kindern auf, obwohl eine Auslastung von bis zu 85 Kindern möglich wäre.
