
Zwischen April 2025 und März 2026 wurden im Hochsauerlandkreis nach Angaben der Jagdbehörde des Kreises 7.807 Wildschweine erlegt, das waren gut 35 Prozent mehr als im Jagdjahr 2024/25, damals war die Wildschweinpopulation aufgrund der guten Bedingungen stark gestiegen. Im Vergleich zu vor zwei Jahren haben sich die Abschusszahlen beim Schwarzwild sogar mehr als verdoppelt (2023/24 waren es noch 3.698) geschossene Tiere.
Abschussprämie ausgelobt
Ein Grund für den Anstieg dürfte laut Kreis der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sein. Um die Krankheit einzudämmen, waren Wildschweine zuletzt verstärkt bejagt worden. Im laufenden Jagdjahr erhalten Jäger außerdem eine Abschussprämie pro getötetem Tier, weswegen die Zahlen nochmal weiter hochgehen dürften.
Zusätzliche Anforderungen für Jäger
Auch die Kreisjägerschaft sieht die ASP-Eindämmung als wichtigsten Grund für die gestiegenen Abschusszahlen bei Waldschweinen. Laut Alexander Lenze, dem Vorsitzenden der Jägerschaft, hat sich durch die Krankheit sehr viel für die Jäger im HSK geändert, etwa durch die Einrichtung von Sperrzonen im HSK, wo im Besonderen auf Biosicherheit und Hygienemaßnahmen geachtet werden müsse.
"Die Leistung der Sauerländer Jäger beim Bekämpfen der ASP halte ich für außerordentlich, wenn Sie sich den Zeitaufwand anschauen, um Sauen zu erlegen, nachher Trichinen- und ASP-Proben abgeben zu müssen und für die fachgerechte Entsorgung der erlegten Wildschweine zu sorgen." - Alexander Lenze, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Hochsauerland
Hohe Kosten für NRW
Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest hat das Land NRW nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bislang rund 35 Millionen Euro gekostet. Inzwischen seien Zäune mit einer Länge von 515 Kilometern errichtet worden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, heißt es. Laut einer Statistik des Ministeriums wurden Ende bis Mitte Juli 812 Fälle der Schweinepest bei Wildschweinen nachgewiesen.
Leichter Abschuss-Anstieg beim Rehwild
Auch beim Rehwild gab es im HSK im vergangenen Jagdjahr einen Anstieg, wenn auch nur einen leichten: 12.936 Tiere wurden laut Jagdbehörde geschossen, fünf Prozent mehr als im Jahr davor. Außerdem schossen die Jäger in der Region 2.044 Waschbären, 1.308 Sikahirsche, 962 Rothirsche und 419 Mufflons.